Studie

Wenn Großaktionäre Feuer machen Gute Aktivisten, schlechte Aktivisten

Stand: 19.10.2015, 16:29 Uhr

Es kann nicht schaden, wenn man den Konzernen Feuer unterm Hintern macht. Genau das machen aktivistische Aktionäre wie Nelson Peltz, Daniel Loeb oder Carl Icahn. Befeuern sie aber auch die Aktien?

Sind Aktivisten gut oder schlecht für die Aktienkurse und das Geschäft großer Unternehmen? Das "Wall Street Journal" ist genau dieser Frage in einer Studie nachgegangen. Die Antwort ist nicht so eindeutig. Klar ist nur, und dafür braucht man keine Studie: Aktivistische Investoren sind der Schrecken börsennotierter Konzerne. Sie steigen bei Unternehmen ein und mischen das Management auf, versuchen oft auch einen Sitz im Verwaltungsrat zu bekommen, um Druck zu machen. Tabus gibt es nicht: Sie nerven den Chef mit vermeintlich guten Ideen, um den Unternehmenswert zu steigern. Zum Beispiel das Unternehmen aufzuspalten, einen Stellenabbau durchzudrücken oder Barmittel an die Aktionäre als Sonderdividende auszuschütten. Dabei kann es auch geschehen, dass sie versuchen, den Chef gleich ganz rauszuwerfen.

Das ist anstrengend für die Konzerne, klingt aber wie Musik in den Ohren vieler Aktionäre. Denn in schöner Regelmäßigkeit steigen die Aktienkurse, unmittelbar nachdem ein aktivistischer Aktionäre ein Unternehmen ins Visier genommen hat. Aber längerfristig scheint es nicht zwingend ein Erfolgsmodell, wie die Studie des "Wall Street Journals" ergab, bei der 71 Gesellschaften mit mehr als fünf Milliarden Dollar Börsenwert analysiert wurden, die seit 2009 von verschiedenen Großaktionären unter Druck gesetzt wurden.

Tendenziell gut für den Kurs

Demnach entwickelten sich die Kurse der attackierten Unternehmen zwar besser als bei Aktien der gleichen Branche. Aber der Vorsprung war nicht allzu groß. Er betrug nur knapp fünf Prozent. Generell sieht die Bilanz gut aus: Von den 38 Unternehmen, deren Kurse sich besser entwickelten als die der Konkurrenz, waren in 24 Fällen die Krawallmacher im Aufsichtsrat. Auch entwickelten sich die Firmengewinne nach dem Vorstoß eines aktivistischen Investors besser.

Gleichwohl wird die Rolle der Aktivisten selbst aus den eigenen Reihen kritisch beäugt. Carl Icahn beispielsweise ist selbst ein gefürchteter Investor, seit Jahren dafür bekannt, bei Unternehmen einzusteigen, und dem Management Druck zu machen. Er hat beispielsweise Apple und Ebay eingeheizt. Er gilt als der treibende Part, der zur Abspaltung PayPals von Ebay beigetragen hat. Er trennt die guten von den schlechten Aktivisten, die nur auf den schnellen Profit aus sind. Dabei hatte er in der Vergangenheit in dieser Hinsicht auch nicht den besten Ruf.

bs