Manager mit Dollarscheinen in der Anzugtasche

MSCI-Studie Gut bezahlter Chef = schlechte Performance?

Stand: 22.08.2016, 15:29 Uhr

Bevor man in ein Unternehmen investiert, prüft man viele Faktoren. Das Gehalt des Chefs gehört oft nur selten dazu. Sollte es aber.

Die Studie des Finanzdienstleisters MSCI untersuchte 800 US-Unternehmen zwischen den Jahren 2005 und 2014. Das Ergebnis: Je höher das Gehalt des CEOs, desto geringer die Aktienrendite.

Die Aktienrendite berechnet sich aus der Kursentwicklung in einen bestimmten Zeitraum plus Dividende - sofern eine gezahlt wurde. Die Aktienrendite ist nicht zu verwechseln mit der Dividendenrendite.

Ein Beispiel

Nehmen wir an, ein Aktionär möchte zwei Dollar anlegen. Einen investiert er in ein Unternehmen, dessen Chef sich mit den "unteren" 20 Prozent des Gehälter-Rankings begnügen muss. Den anderen steckt er in einen Konzern, dessen Chef an der Spitze mitmischt.

Das Ergebnis: Im ersten Fall konnte er aus seinem Ein-Dollar-Investment binnen neun Jahren 3,67 Dollar schlagen. Das Unternehmen mit dem höher bezahlten CEO brachte ihm dagegen nur 2,65 Dollar.

Was tun?

Nun kann man sich natürlich denken: Tja, einfach auch auf die Gehälter der Chefs achten. Das ist aber nicht immer so einfach, wie MSCI betont.

Einerseits werden die Gehälter oft "im Vergleich mit anderen" verhandelt: Wenn der eine CEO viel verdient, will der andere nicht weniger bekommen. Viele Aktionäre wüssten zudem gar nicht, wie viel der Chef des Unternehmens verdient - weil sie sich die Zahl mühselig ausrechnen müssten, indem sie den Datenwust der SEC Filings durchforsten.

Deshalb machten viele amerikanische Anleger ihrem Unmut auch nicht Luft - obwohl sie das durch die Regelung "Say on Pay" könnten. Diese besagt, dass Aktionäre über die Vergütung des Vorstands abstimmen dürfen.

In Deutschland ist die Regelung nicht vorgeschrieben. In Frankreich dagegen gilt "Say on Pay". Dennoch blieb auch hier - ähnlich wie in den USA - eine Revolution aus: Die durchschnittliche Zustimmung für Vorstandsgehälter lag im Jahr 2014 bei 92 Prozent. Auch in Großbritannien gilt die Regelung, laut Max-Planck-Institut wurde der Anstieg der Managergehälter aber nicht gestoppt.

cw

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