Die Spielereien

gefärbte und bemalte vorwiegend rote Ostereier

"Easter Eggs" Googles bunte Überraschungen

Stand: 19.08.2014, 08:00 Uhr

Dass Programmierer Spielkinder sind, liegt in der Natur der Sache. Im Programmcode verstecken sie gerne witzige Botschaften zur Unterhaltung ihrer Kollegen. Manchmal lassen sie auch die Endanwender an den Überraschungen – den sogenannten "Easter Eggs" - teilhaben. Auch Google hat davon einige parat.

Eine große weiße Fläche, der Schriftzug "Google" in blau, rot, gelb und grün, das kleine Suchfenster – seit Jahren präsentiert sich die Startseite von Google so. Für Abwechslung sorgen da Kunststücke, die das Browserfenster auf Befehl vollführen kann. Sucht man mit den Browsern Google Chrome, Opera, Safari oder Mozilla Firefox nach "tilt" oder "askew", neigt sich die Webseite nach rechts. Gibt man "do a barrel roll" in Google Chrome oder Mozilla Firefox ein, dreht das Fenster eine Pirouette. Einen dreifachen Axel hat Google aber unseres Wissens noch nicht programmiert.

Wenn Sie dann in den Übersetzungsdienst von Google (Google Übersetzer) die Worte "pv zk pv pv zk pv zk kz zk pv pv pv zk pv zk zk pzk pzk pvzkpkzvpvzk kkkkkk bsch" eingeben und auf das Symbol "anhören" gehen, zeigt das Tool ungeahnte Fähigkeiten – es macht den Beatboxer für Sie. Beim Beatboxen werden Perkussionsrhythmen mit Mund, Nase und Rachen imitiert. In diesem Fall übernimmt das der Google Übersetzer. Hören Sie mal rein.

Mit Google sollst du rote Rosen riechen

Und wer in der heutigen Hast nicht die Muße findet, genüsslich an Rosensträuchern zu schnüffeln, kann jetzt über Google nach Gerüchen suchen. Wie riecht ein Gespenst oder das Innere eines ägyptischen Grabes? Mit Hilfe des Dienstes Google Nose finden Sie es heraus! Glauben Sie nicht? Sie haben Recht. Der Dienst war ein Aprilscherz. Er wurde am 1. April 2013 als angeblich neue Anwendung von Google vorgestellt.

Manch begeisterter Herr-der-Ringe-Anhänger hat vielleicht bereits das Bedürfnis verspürt, sich den Weg von "The Shire" (das Auenland, das die Hobbits von J.R.R. Tolkien besiedelten) bis nach "Mordor" in den Südosten von Mittelerde auf Google Maps anzeigen zu lassen. Doch in Mordor lauert der Erzbösewicht Sauron. Wer den Weg zu Fuß zurücklegen möchte, erhält von Google deshalb einen eindeutigen Warnhinweis: „"Use Caution – One does not simply walk into Mordor" (auf Deutsch: "Vorsicht – Sie können nicht einfach so in Mordor hineinspazieren"). So warnte nämlich Boromir in der Romanverfilmung davor, Mordor zu betreten. Der Hinweis findet sich aber nur in der englischen Version von Google Maps.

Google findet Chuck Norris nicht

Chuck Norris

Chuck Norris. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Fans des ewigen Texas Rangers Chuck Norris wird freuen, was Google als Scherz im Netz versteckt hat: Wer "Where is Chuck Norris" ("Wo ist Chuck Norris?") in die Suchleiste eingibt, wird leider nicht fündig. Warum? Google erklärt das mit dem Hinweis: "Google won't search for Chuck Norris because it knows you don't find Chuck Norris, he finds you" ("Google sucht nicht nach Chuck Norris, denn du findest Chuck Norris nicht, er findet dich"). Ein Scherz, der auf die Gewandtheit des Actionhelden anspielt.

2011 sorgten die Google-Programmierer für besonders weihnachtliche Stimmung. Wer nach dem Weihnachtslied "Let it snow" suchte, wurde Zeuge eines Schneegestöbers in seinem Suchfenster. Nach und nach fror der Bildschirm zu, bis das Fenster durch einen Klick "enteist" wurde. Und wer nach "Weihnachten" suchte, dem bescherte Google eine Schneelandschaft inklusive Weihnachtsmann. Leider ist die weihnachtliche Landschaft heute nicht mehr verfügbar – zumindest bei Google!

Schnapparmbänder und Sailor Moon

Die bunten 1990er Jahre mit Schnapparmbändern, Sailor Moon, Guildo Horn & Co fanden sich bei Google auch im Layout wieder. Mit dem sogenannten Blink-Tag erschienen flackernde Wörter in den kurzen Suchergebnis-Texten. So versuchte man die Aufmerksamkeit der Nutzer zu erhaschen. Wie das aussah? Das können Sie sich auch heute noch ansehen, in dem Sie "blink tag" in die Suchleiste eingeben. Dann wissen Sie allerdings auch, warum das "bling bling" eingestellt wurde...

Wer eine besondere Herausforderung sucht, kann sich die Ergebnisse einer Suche auch rückwärts anzeigen lassen. Dafür müssen Sie nur "elgooG" in die Suchmaschine eingeben. Vielleicht gehören Sie ja zu den findigen Menschen, die als Grundschüler gerne Grüße rückwärts schrieben. Dann ist das Lesen der Ergebnisse für Sie ja ein Klacks.

Babylonisches Sprachgewirr

Weil Google einen weltweiten Markt erobert hat, wundert es nicht, dass der Dienst in vielen Sprachen zur Verfügung steht. Neben den gängigen Sprachen lassen sich auch unbekannte wie Klingonisch, Elmer Fudd, Piratisch oder Bork, bork, bork auswählen. Auch hier haben sich die Entwickler einen kleinen Scherz erlaubt. Klingonisch stammt zum Beispiel aus der Feder der Macher der Star Trek-Filme. Die fiktive Sprache wurde auch durch die Sitcom "The Big Bang Theory" bekannt, weil deren Protagonisten gerne auf Klingonisch scrabbeln (alles andere ist unter ihrem Niveau).

Elmer Fudd wiederum ist eine amerikanische Zeichentrickfigur aus dem Jahr 1940 – charakteristisch für seine Sprache ist, dass er die Buchstaben R und L als W spricht. Den Hasen Bugs Bunny nennt er zum Beispiel einen "wabbit" (statt "rabbit"). Piratisch ist zurückzuführen auf den Pseudofeiertag "International Talk Like a Pirate Day" - die Flause wurde von den amerikanischen Medien zeitweilig aufgegriffen und so in den USA bekannt. Und was ist "Børk"? Es ist das Markenzeichen einer Puppe in der "Muppet Show", die als dänischer Koch auftritt. All diese Sprachen werden Sie also höchstwahrscheinlich nicht benötigen – aber jetzt wissen Sie zumindest Bescheid.

JM