Vorstandsvergütungen

Wirklich gerechtfertigt? Gehaltsplus für die Dax-Führungsriege

Stand: 10.07.2014, 14:09 Uhr

Trotz sinkender Konzerngewinne wurden die Chefs der Dax-Konzerne für das vergangene Geschäftsjahr üppig entlohnt. Es gab eine ordentliche Gehaltserhöhung. Das ist das Ergebnis einer jährlichen Studie der DSW-Aktionärsschützer. Die Topmanager verdienten im Schnitt 53 Mal so viel wie ein normaler Angestellter.

Es gebe eine immer größere Diskrepanz zwischen so einem normalen Einkommen und den Gehältern der Vorstände, warnten die Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und die Experten der Technischen Universität München, die die Studie zusammen erstellt hatten.

Wie daraus hervorgeht, haben die 30 Großkonzerne aus dem wichtigsten Aktienindex ihren Vorständen für das Geschäftsjahr 2013 jeweils gut 3,3 Millionen Euro überwiesen. Ein Jahr zuvor waren es rund 3,2 Millionen Euro. Damit erhöhte sich die Vergütung um durchschnittlich vier Prozent - ein ordentliches Gehaltsplus.

Mit ihren steigenden Gehältern trotz magerer Gewinne...

Das sei erstaunlich, weil gleichzeitig die Umsätze und Gewinne der Unternehmen leicht zurückgegangen seien, kritisierte der Münchner Wissenschaftler Gunther Friedl: "Wir müssen die Aufsichtsräte ermahnen, ihre Verantwortung für eine angemessene Vergütung wahrzunehmen." DSW-Präsident Ulrich Hocker ergänzte, dass eine gesetzlich verankerte Begrenzung der Gehälter bisher nicht durchgesetzt werden konnte.

Viele Unternehmen erhöhten vor allem die Festgehälter. In den Augen der Aktionärsschützer ist das ein bedenklicher Trend, da flexible Boni zunehmend durch fixe Gehaltsbestandteile ersetzt werden. So blieben die Vorstandsgehälter auch dann auf hohem Niveau, wenn es einem Unternehmen einmal wirtschaftlich nicht so gut gehe, hieß es.

... können die Dax-Chefs im internationalen Vergleich gut mithalten

Der Studie zufolge fiel die Gesamtvergütung der Vorstände bei ThyssenKrupp im vergangenen Jahr besonders üppig aus. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 68,6 Prozent mehr. Die Top-Manager der Deutschen Bank konnten sich immerhin über ein Gehaltsplus von 44,4 Prozent freuen. Dagegen mussten sich die Führungsteams von Fresenius (minus 39,8 Prozent) und Lanxess (minus 38,9 Prozent) mit deutlich weniger begnügen.

Alles in allem werden die Vorstandschefs der wichtigsten deutschen Großunternehmen nach Einschätzung der DSW durchaus wettbewerbsfähig bezahlt. Deutschlands Konzernlenker kassierten im Durchschnitt durchschnittlich eine Gesamtvergütung von 5,1 Millionen Euro - mehr als ihre französischen Kollegen (3,5 Millionen Euro) und etwas weniger als die Schweizer (5,8 Millionen Euro).

Mit den Gehältern in den USA können die Deutschen aber nicht mithalten. Denn mit im Schnitt umgerechnet 11,9 Millionen Euro liegen die Bosse der Dow-Jones-Unternehmen weit vorn. Spitzenreiter: Walt-Disney-Chef Robert Iger - mit umgerechnet 25,8 Millionen Euro.

um

1/10

Die reichsten und ärmsten Dax-Chefs 2013 Gehaltsstudie der DSW

VW-Chef Martin Winterkorn

Martin Winterkorn (VW)