Börsengeschichte(n)

Dow Jones Flash Crash

Der 1.000-Punkte-Verlust Fünf Jahre Flash Crash

AB

Stand: 06.05.2015, 14:37 Uhr

Das Ereignis hat die Börsenwelt kräftig durcheinander gewirbelt und Fragen aufgeworfen, die bis heute nicht klar beantwortet sind: Wer hat den Supercrash ausgelöst, und ist die Gefahr neuer Flash-Crashes gebannt?

Am Nachmittag des 6. Mai 2010 war es soweit: Ohne zunächst erkennbaren Grund rauschten die US-Indizes scheinbar haltlos abwärts. Der markbreite S&P 500 verlor binnen weniger Minuten fast sechs Prozent.

Rekord-Kursrückgang

Beim großen Bruder, dem Dow-Jones-Index, verlief der Fall noch spektakulärer: Mit 998,5 Punkten Kursrückgang wurde der in Punkten größe Kursrückgang seit dem Bestehen festgestellt. In Prozent entsprach dies einem Verlust von rund neun Prozent.

Was genau den rapiden Verfall ausgelöst hat, ist auch fünf Jahre nach dem Ergebnis nicht exakt ergründet worden. Der vermeintlich Hauptverantwortliche für den Crash, der Händler Navinder Singh Sarao wurde erst vor wenigen Tagen in London festgenommen. Er soll durch "Geisterorders" Verkaufsdruck aufgebaut haben, um die Preise für den S&P 500 zu drücken. Das gelang offenbar so gründlich, dass eine Reihe von Computerprogrammen aus einer kleinen Verkaufswelle eine größere machten und so letztlich die immensen Verluste erzeugten.

Hochfrequenzhandel und schlampige Regulierung

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ARD-Börse: Fünf Jahre nach dem Flash-Crash in New York

Für viele Kritiker der derzeitigen Marktstrukturen gilt Sarao eher als Bauernopfer, der von den wahren Ursachen des Crashs ablenken sollen. So sieht das Internet-Finanzmagazin "Financial Math" vor allem in den Ungleichgewichten der derzeitigen Märkte den Grund für den Flash Crash. Der Hochfrequenz-Handel, der erst seit 2008 zugelassen sei, berge auch weiterhin die Gefahr, dass blitzartige Übertreibungen den Markt erschüttern.

Der wahre Schuldige seien eher die Regulierungsbehörden, die einerseits den Hochfrequenzhandel nicht effektiv unterbunden hätten. Zum anderen würde gerade die US-Behörde CFTC (Commodity Futures Trading Commission) Daten zurückhalten, die Marktmanipulationen leichter öffentlich machen könnten. Ein weiterer Flash Crash sei unter diesen Bedingungen ein "Unfall, der drauf wartet, zu passieren".

AB

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