Der ehemalige HRE-Chef Georg Funke

Ein Gesicht der Finanzkrise Früherer HRE-Chef Funke gestorben

Stand: 14.11.2018, 10:44 Uhr

Er war das deutsche Gesicht der Finanzkrise: Georg Funke, der frühere Chef der Hypo Real Estate (HRE), jener Münchner Immobilienbank, die vom Steuerzahler mit 20 Milliarden Euro gestützt werden musste. Nun ist der 63-Jährige gestorben.

Schon im Juni soll der ehemalige Chef der Hypo Real Estate gestorben sein - nach kurzer Krankheit, wie es heißt. Erst jetzt wurde die Nachricht bekannt. Sein Anwalt Wolfgang Kreuzer bestätigte Funkes Tod auf Anfrage.

Funke galt als das deutsche Gesicht der Finanzkrise. Der am 29. April 1955 in Gelsenkirchen geborene Funke war von 2003 bis 2008 Vorstandschef der HRE. In der weltweiten Finanzkrise 2008 musste der Bund die international stark vernetzte Bank mit Milliardenspritzen vor der Pleite bewahren und im Oktober 2009 schließlich 2009 zwangsverstaatlichen.

Die vom Bund gewährten Staatsgarantien beliefen sich auf 100 Milliarden Euro. Bis heute hat die HRE den deutschen Steuerzahler laut Bundesregierung gut 20 Milliarden Euro gekostet.

Verantwortung stets abgelehnt

Funke hat die Verantwortung für die Schieflage der HRE stets abgelehnt. Die Bank sei "von außen zerstört" worden, behauptete er stets. "Die HRE war keinesfalls in einer akuten Notlage", sagte er noch 2017 vor Gericht. Das Institut sei vielmehr am Vorstand und Aufsichtsrat vorbei von der Deutschen Bank unter ihrem damaligen Chef Josef Ackermann und der Finanzaufsicht BaFin "praktisch übernommen" und "schwer geschädigt" worden.

Schlagzeilen um Funke gab es zuletzt im September 2017, als überraschend der Prozess gegen ihn wegen der Beinahe-Pleite der HRE eingestellt wurde. Damals sollte das Landgericht München herausfinden, ob er die Schieflage der Bank vertuscht hatte. Klären ließen sich die Vorwürfe im Rahmen der Beweisaufnahme nicht. Als Auflage verhängte die Wirtschaftsstrafkammer eine Zahlung von 18.000 Euro an gemeinnützige Vereine.