Interview

Alexandra Schriefers, Geschäftsführerin 1. Fraueninvestmentclub Düsseldorf

Geldanlage: eine Männerdomäne? "Frauen sind die besseren Anleger"

Stand: 29.06.2016, 11:03 Uhr

Gerade weil Frauen bei Investments vorsichtiger sind, macht sich das für sie oft bezahlt, sagt Alexandra Schriefers, Geschäftsführerin des 1. Frauen-Investmentclubs Düsseldorf. Trotzdem gibt es noch Berührungsängste beim Thema Geldanlage.

boerse.ARD.de: Auf Ihrer Webseite steht: Frauen sind die besseren Anleger. Warum?

Alexandra Schriefers: Ich glaube, dass sich Frauen sehr genau informieren. Sie müssen eine Hemmschwelle überwinden, bevor sie investieren. Männer treffen oft schneller Entscheidungen, haben weniger Berührungsängste. Aber wenn man nicht voreilig investiert, ist die Chance größer, dass es ein gutes Investment ist.

boerse.ARD.de: Fehlt vielen Frauen der Mut, sich mit Geldanlage zu beschäftigen?

Schriefers: Wir möchten ihnen auf jeden Fall die Scheu davor nehmen. Denn Geldanlage ist kein Hexenwerk. Einen Aktienchart zu analysieren, die wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens richtig zu interpretieren, das alles kann man lernen. In unserem Club stellen wir einzelne Aktien vor und tauschen uns darüber aus.

boerse.ARD.de: Wozu braucht es einen Investmentclub, rein für Frauen?

Schriefers: Die Atmosphäre ist lockerer, ungezwungener. Natürlich laden wir oft auch männliche Referenten ein. Aber Entscheidungen zu Investitionen treffen wir gerne in weiblicher Runde. Ansonsten würden sich Frauen eher zurückhalten und die Männer nach vorne stürmen, das ist unsere Erfahrung.

boerse.ARD.de: Wer kann teilnehmen, sind Vorkenntnisse nötig?

Schriefers: Nein, jeder kann einsteigen. Die einzige Voraussetzung ist: Die Person sollte sich engagieren, weil wir uns selbst verwalten. Aktuell ist allerdings kein Platz mehr frei, weil wir nur 50 Mitglieder aufnehmen. Diese Grenze ist erreicht.

boerse.ARD.de: Sie sind ein kleiner, ehrenamtlich geführter Club: Hatten Sie auch schon einmal überlegt, sich zu vergrößern?

Schriefers: Ja, aber da würden zu viele Kosten und zu viel Bürokratie auf uns zukommen, dann wären wir ein Finanzdienstleister, das wäre eine ganz andere Dimension, die wir gar nicht anstreben.

Das Gespräch führte Ursula Mayer.