Aus Auslieferungshaft in Italien entlassen Florian Homm ist wieder auf freiem Fuß

Stand: 05.06.2014, 12:19 Uhr

Mehr als ein Jahr lang hat der frühere Hedgefonds-Manager Florian Homm in Italien in Auslieferungshaft gesessen. Nun entschieden die Richter jedoch überraschend, dass der Finanzjongleur wieder entlassen werden soll.

Die Entlassung habe man angeordnet, weil die maximal zulässige Dauer einer Auslieferungshaft überschritten sei, teilte das Kassationsgerichtshof in Rom als oberstes italienisches Berufungsgericht mit. Von Homms Anwalt Mario Zanchetti war zu erfahren, sein Mandant sei in sein Heimatland Deutschland zurückgekehrt. Demnach soll Homm bereits gestern Abend aus der Haft in Pisa entlassen worden sein, nachdem er dort bereits ein Jahr verbracht hatte.

Wie der Mailänder Anwalt weiter berichtet, hatte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zuvor Anfang Mai angeordnet, die Auslieferung an die USA vorerst auszusetzen, bis er endgültig in dem Fall entschieden hat. Wann das Gericht ein Urteil fällt, ist noch unklar. Homms Anwalt hatte sich dorthin gewandt, um die Auslieferung noch zu verhindern.

Anleger sollen um Millionen geprellt worden sein

Die amerikanischen Behörden hatten von Italien gefordert, dass der 54-Jährige in die USA ausgeliefert werde. Und die Regierung in Rom hatte dem zugestimmt. Die US-Börsenaufsicht SEC wirft dem Gründer des Fonds Absolute Capital Management Holdings Ltd. mit Sitz auf den Cayman-Inseln Anlagebetrug im großen Umfang vor.

Nach Ermittlungen der amerikanischen Justiz soll Homm Anleger um 200 Millionen Dollar geprellt haben. Bekannt wurde der Manager insbesondere durch seine Investitionen beim Fußball-Club Borussia Dortmund. In den USA droht Homm eine Haftstrafe von unglaublichen 225 Jahren. Ob es dabei bleibt, ist aber noch ungewiss.

Im März vergangenen Jahres war Homm bei einem Besuch der Uffizien auf Gesuch der US-Justiz in Florenz festgenommen worden, nachdem er jahrelang auf der Flucht war. 2007 war er mit einem Millionenvermögen untergetaucht.

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