Interview

Ehemaliger Hedgefonds-Manager Florian Homm: Finanzhai, Missionar, Nichtraucher

Stand: 23.10.2015, 12:53 Uhr

Geflüchteter und Angeschossener

Zurück im Jahr 2007: Als die Blase um Homms überbewerteten Fonds zu platzen drohte, tauchte er ab. Fünf Jahre blieb er in Deckung – oder im Exil, wie Homm es nennt.

Es gebe allerdings auch gute Gründe, warum er nun auf die mediale Bildfläche zurück gekehrt ist.

Florian Homm
Video

Nicht auf der Flucht, sondern schwer erreichbar

Erstmals gezeigt hatte sich Homm 2012 in der Öffentlichkeit. Vielleicht ein Fehler - aber einen guten Grund hatte er damals für diesen Schritt: Der Privatermittler Josef Resch rief in einem Video zur Jagd auf Homm auf.

Es winken angeblich 1,5 Millionen Euro Kopfgeld - die geprellten Anleger Homms lassen sich seinen Kopf einiges kosten. Homm ging indes diesen Aufruf offensiv an - er drehte den Spieß um. Und produzierte selbst ein Video, in dem er eine Belohnung für diejenigen auslobt, die ihm helfen, die Auftraggeber zu finden.

Inhaftierter und FBI-Fahndungsziel

2013 wurde Homm bei einem Museumsbesuch in Florenz geschnappt. Er kam ins Gefängnis. Drei Tage zuvor, am 5. März, hatte er sich mit Privatermittler Josef Resch in München getroffen, um einen "Burgfrieden" über das Kopfgeld auszuhandeln.

Ein Fehler, wie Homm heute zugibt. Vielleicht habe er sich damals zu sicher gefühlt.

Florian Homm
Video

"Ich war naiv - man kann auch dumm sagen."

In Italien verbrachte Homm nach seiner Verhaftung zwei Jahre in Auslieferungshaft - unter menschenunwürdigen Bedingungen. Bereits 14 Jahre zuvor wurde Multiple Sklerose bei dem Zwei-Meter-Mann festgestellt. Im Gefängnis seien ihm lebenswichtige Medikamente verwehrt worden, so Homm.

Im Juni 2014 kam der damals 55-Jährige frei. "Die Entlassung wurde angeordnet, weil die maximal zulässige Dauer einer Auslieferungshaft überschritten ist", so das italienische Gericht.