Vergütungen

Stabiles Gehalt von 379.608 Euro Draghi verdient so viel wie ein Berliner Manager

Stand: 20.02.2015, 17:30 Uhr

Die Europäische Zentralbank (EZB) wird Opfer ihrer eigenen Politik: Wegen der Null-Zinsen verdiente sie 2014 deutlich weniger. Dennoch kassiert Präsident Mario Draghi dasselbe Gehalt wie im Vorjahr. Nur ein Notenbanker bekommt noch mehr: Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

Von den einen wird er als "Held des Jahres" gefeiert, von den anderen als "Totengräber des Euro" beschimpft: Mario Draghi wandelt zwischen Bewunderung und Verachtung. Dafür wird der Italiener ordentlich entlohnt: Laut dem Jahresabschluss der EZB bekam er im vergangenen Jahr 379.608 Euro als Grundgehalt. Das ist ein minimales Plus von 0,36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Berücksichtigt man die durchschnittliche Inflation von 0,4 Prozent, musste er sogar leichte Gehaltseinbußen hinnehmen.

Damit verdient Draghi in etwa so viel wie durchschnittlich ein Berliner Manager, aber deutlich weniger als ein Konzernlenker aus dem Dax. Ein Dax-Vorstand kassierte 2013 im Durchschnitt rund 3,3 Millionen Euro. Top-Verdiener war VW-Boss Martin Winterkorn mit rund 15 Millionen Euro.

Doppelt so viel Gehalt wie Frau Yellen

Unter den Notenbankern zählt Draghi aber zu den bestbezahlten Präsidenten. Im Vergleich zur mächtigsten Frau der Welt, Fed-Präsidentin Janet Yellen, bekommt er mehr als das Doppelte an Gehalt. Yellen kassiert laut "Börsen-Zeitung" ein Gehalt von rund 200.000 Dollar jährlich (rund 175.000 Euro).

Neidisch braucht Draghi eigentlich nur auf seinen größten Gegner, Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sein. Dieser erhielt im vergangenen Jahr 418.146 Euro - und damit mehr als Draghi.

Chef der Bank of England bekommt deutlich mehr

Im Vergleich zum Chef der Bank of England ist das aber immer noch wenig. Der "Hüter des britischen Pfunds" durfte für die ersten acht Monate im Finanzjahr 2013/14 rund 586.000 Pfund (also rund 790.000 Euro) einstreichen, hat die "Börsen-Zeitung" herausgefunden.

Auch die Direktoriumsmitglieder der EZB werden fürstlich entlohnt. Draghis Stellvertreter, der Portugiese Vitor Constancio, bekam ein Grundgehalt von 325.392 Euro. Der Belgier Peter Praet, der Franzose Benoît Coeuré und der Luxemburger Yves Mersch kassierten jeweils 271.140 Euro. Die zweite Deutsche im Direktorium, Sabine Lautenschläger, musste sich mit 253.457 Euro begnügen.

nb