Managerfiguren stehen auf Geldstapeln

Global Wealth Report Die Reichen sind ein bisschen ärmer

Stand: 09.07.2019, 08:42 Uhr

Mitleid wäre übertrieben: Der Rückgang der Aktienmärkte und die Auswirkungen der globalen Konjunkturdellen haben die wohlhabenden Menschen im vergangenen Jahr ein wenig gerupft. Am stärksten mussten die Super-Reichen 2018 "abgeben".

Die so genannten "Ultra-Reichen" hat es im vergangenen Jahr laut dem "Global Wealth Report" des Beratungsunternehmens Gap Gemini am "schlimmsten" erwischt. Laut der Studie verzeichneten die Menschen, die über mehr als 30 Millionen Dollar verfügen einen durchschnittlichen Verluste ihres Vermögens von sechs Prozent. "Der weltweite Vermögensrückgang konzentriert sich ganz klar auf diese Gruppe", so Gap Gemini-Experte Klaus-Georg Meyer.

Dagegen musste die "Millionäre von nebenan", die über eine bis fünf Millionen Dollar Netto-Vermögen verfügen, vergleichsweise wenige Einbußen hinnehmen: Ihr Vermögen verringerte sich in der Summe um durchschnittlich 0,4 Prozent.

Aktienmarkt und Handelskrieg

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 2 Jahre
Kurs
12.606,57
Differenz relativ
-0,29%

Insgesamt sorgte vor allem der Rückgang an den Aktienmärkten dafür, dass das Vermögen der Reichen sich weltweit gegenüber 2017 um fast drei Prozent auf 68,1 Billionen Dollar verringerte. Zugleich sank, erstmals seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise 2008, die Zahl der Menschen in Deutschland, die über ein anlagefähiges Vermögen von mehr als einer Million Dollar verfügen: Sie ging 2018 um 1,1 Prozent auf 1,35 Millionen zurück. Das Gesamtvermögen verringerte sich um 3,9 Prozent auf gut 5 Billionen Dollar.

Neben internationalen Handelskonflikten, die die Weltwirtschaft belasten, hätten auch die Unwägbarkeiten des Brexits für Verunsicherung gesorgt, so die Studie. Der deutsche Leitindex Dax hat 2018 mehr als 18 Prozent verloren.

Unternehmer oder geerbt

Die meisten Dollar-Millionäre gibt es weiterhin in den USA, gefolgt von Japan, Deutschland und China. Die vier Länder stehen Capgemini zufolge zusammen für 61,2 Prozent der Vermögenden weltweit. Ein Großteil der vermögenden Bundesbürger haben ihre Mittel aus mittelständischen Unternehmen erhalten oder sie können über ein entsprechendes Erbe verfügen. Rund um den Globus gab es den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 18 Millionen Dollar-Millionäre. Das waren 0,3 Prozent weniger als im Jahr 2017.

AB