Rolf H. Dittmeyer, Firmengründer, beim Organgenpflücken

Ein Unternehmer als Werbegesicht Die Onkel-Dittmeyer-Story

Stand: 24.01.2014, 08:52 Uhr

"Entweder frisch gepresst oder Valensina." Mit diesem Slogan bewirbt in den 90er Jahren Rolf H. Dittmeyer höchstpersönlich den unternehmenseigenen Orangensaft. Sein Lebenswerk war allerdings nicht immer von Erfolg gekrönt.

Mit einem großen deutschen Einzelhändler baute Rolf H. Dittmeyer in den 50er Jahren eine Einkaufsorganisation für den deutschen Lebensmittelhandel auf. Dabei stand die Produktion von Fruchtsäften im Vordergrund. Der Beginn von Dittmeyer's Frucht-Plantagen.

Marke Valensina entsteht

Der Hamburger Fruchthändler Rolf H. Dittmeyer zeigt eine Flasche Orangensaft der Marke

Rolf H. Dittmeyer. | Montage: boerse.ARD.de, picture-alliance/dpa

1960 startete Dittmeyer mit der Produktion von Zitrussäften in Südafrika und Marokko. Sechs Jahre später entwickelte er die Marke Valensina. Mit seinem Werbespot zu dem Orangensaft ging Dittmeyer neue Wege in der Werbung. Der Firmengründer höchstpersönlich erklärte einem kleinen Mädchen als "Herr Dittmeyer" mit großväterlicher Zärtlichkeit, dass man fast keinen Unterschied zu frisch gepresstem Orangensaft schmecke. Auch wenn Valensina "aus Konzentrat" sei. Ein ähnliches Konzept verwendeten etwa die Firmenchefs von Hipp, Trigema, Seitenbacher oder Liqui Moly.

"Tötet Onkel Dittmeyer"

Mit dem Spot stieß Dittmeyer aber nicht nur auf Zuspruch. Die Osnabrücker Comedy-Punk-Band "Die angefahrenen Schulkinder" veröffentlichte 1991 einen Song mit dem Titel "Tötet Onkel Dittmeyer", der Sätze aus dem Werbefilm enthielt. Hinzu kam ein Aktionsshirt mit selbiger Aufschrift. Wegen des Shirts erhielt die Band zahlreiche Anzeigen, welche aber alle eingestellt oder zugunsten der Band entschieden wurden.

Blaubeeren, Orangen… und Austern

Geöffnete Auster der Marke

Austern von Dittmeyer. | Bildquelle: picture-alliance/dpa

Aufgrund gesundheitlicher Probleme verkaufte Dittmeyer sein Unternehmen 1984 an den amerikanischen Konsumgüter-Konzern Procter & Gamble. Doch für 41 Millionen D-Mark kaufte er 1998 die Marke Valensina wieder zurück und baute eine neue Produktion auf. Dittmeyer musste einfach mitbieten und "mit den anderen um die Wette laufen", sagte er damals. Doch der Preis war zu hoch. 2001 musste er für sein neues Unternehmen Insolvenz anmelden. Valensina ist heute eine eigenständige GmbH.

2009 verstarb Dittmeyer 88-jährig. Heute wird die Dittmeyer's Frucht-Plantagen GmbH von seinem Sohn Clemens Dittmeyer geführt. Neben dem Anbau von Blaubeeren und Orangen züchtet die Dittmeyer-Gruppe heute vor der Insel Sylt auch Austern.

sh