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Die Kollegen des neuen Fed-Chefs Wie sind die anderen drauf?

Bank of Japan: Haruhiko Kuroda
Er steht für eine ultralockere Geldpolitik und wurde dafür vom japanischen Finanzminister Taro Aso im vergangenen November gelobt. Haruhiko Kuroda ist seit 2013 Chef der Bank of Japan - etwa genau so lang gab es eine Abschwächung des Yen. Davon profitieren der Export und der Arbeitsmarkt des Landes. Die japanische Notenbank will die Konjunktur anschieben: Seit einigen Jahren gibt es daher eine gigantische Geldschwemme. Die war notwendig: Japans Wirtschaft kämpfte lange Zeit mit Deflation aufgrund von niedrigen Löhnen und geringen Investitionen. Eigentlich endet Kurodas Amtszeit im April dieses Jahres. Doch aktuell sieht es danach aus, als stünden dem 73-Jährigen weitere fünf Jahre als Notenbankchef bevor.

Die Kollegen des neuen Fed-Chefs Wie sind die anderen drauf?

Bank of Japan: Haruhiko Kuroda
Er steht für eine ultralockere Geldpolitik und wurde dafür vom japanischen Finanzminister Taro Aso im vergangenen November gelobt. Haruhiko Kuroda ist seit 2013 Chef der Bank of Japan - etwa genau so lang gab es eine Abschwächung des Yen. Davon profitieren der Export und der Arbeitsmarkt des Landes. Die japanische Notenbank will die Konjunktur anschieben: Seit einigen Jahren gibt es daher eine gigantische Geldschwemme. Die war notwendig: Japans Wirtschaft kämpfte lange Zeit mit Deflation aufgrund von niedrigen Löhnen und geringen Investitionen. Eigentlich endet Kurodas Amtszeit im April dieses Jahres. Doch aktuell sieht es danach aus, als stünden dem 73-Jährigen weitere fünf Jahre als Notenbankchef bevor.

EZB-Präsident Mario Draghi auf einer Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

EZB: Mario Draghi
Den wichtigsten Posten in Europas Wirtschaft hat er: Mario Draghi. Noch bis Oktober 2019 ist der Italiener Chef der Europäischen Zentralbank - die Nachfolgersuche läuft bereits. Draghi steht für eine ultralockere Geldpolitik: Für seine Nullzinspolitik und billionenschweren Anleihenkäufe wird er jedoch seit längerem vor allem in Deutschland immer wieder heftig kritisiert. Doch so schnell wird sich daran nichts ändern: Auf der EZB-Sitzung vergangene Woche gab es keine Hinweise auf eine Wende in der Geldpolitik.

Mark Carney, Governor of the Bank of England

Bank of England: Mark Carney
Er gilt offiziell als Brexit-Gegner, nun muss Mark Carney als Chef der Bank of England Großbritannien durch den Brexit bringen. Der Kanadier hat dafür sogar seine Amtszeit um ein Jahr verländert: Nun bleibt er bis Juni 2019 im Amt. Carney hatte zuvor vor dem wirtschaftlichen Schaden bei einem Ausstieg aus der EU gewarnt. Die Inflation wird in den kommenden Jahren in die Höhe getrieben und auch die Zinsen werden steigen, sagte er in einer Rede beim IWF im vergangenen September in Washington. Außerdem glaubt er nicht, dass sich Großbritannien schnell vom Verlust des EU-Binnenmarkts erholen wird. Auf dem WEF in Davos schätzte er die Kosten für die Wirtschaft wegen des Brexits, auf rund zehn Milliarden Pfund. Aktuell hinkt die birtische Wachstumsrate schon hinterher: 2017 lag sie bei rund 1,66 Prozent - das ist die schwächste seit 2012.

Thomas Jordan, Präsident der Schweizer Nationalbank, auf einer Pressekonferenz

Schweizer Nationalbank: Thomas Jordan
Die Schweizer Nationalbank kämpfte zuletzt die Aufwertung des Schweizer Franken: Nach der Finanzkrise waren viele Anleger in die Schweiz geflüchtet. Das wertete den Franken auf und ließ die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Unternehmen sinken. Die SNB investierte daraufhin in Anleihen und Aktien - und erzielte damit einen Gewinn von 49 Millionen Franken. Verkaufen wird die SNB ihre Positionen wohl nicht: Ihr oberstes Ziel ist die geldpolitische Stabilität. Um die zu sichern, fährt ihr Chef Thomas Jordan eine expansive Geldpolitik. "Das Ziel ist Preisstabilität, und wir wollen unser Ziel über die mittlere Frist möglichst gut erreichen", sagte Jordan Mitte Januar im SRF-Wirtschaftsmagazin "ECO Talk". Obwohl der Franken 2017 um neun Prozent abwertete, hält er ihn noch immer für zu hoch bewertet.

Zhou Xiaochuan

Chinesische Zentralbank: Zhou Xiaochuan
Täglich warten die Chinesen auf Neigkeiten aus der Zentralbank. Denn auch Zhou Xiaouchuan räumt wohl bald den Chefposten: Er ist seit 2002 Gouverneur der chinesischen Zentralbank. Laut Reuters hatte der Ökonom am Rande des 19. Parteikongresses der Kommunistischen Partei Chinas im Oktober vor einer neuen Finanzkrise gewarnt: Derzeit herrsche ein "exzessiver Optimimus" auf den Finanzmärkten, denen ein "Minsky-Moment" drohe. Aktuell verzeichnet China laut Xiaochuan eine hohe Verschuldung von Unternehmen und Bürgern. Laut Xiaochuan geht einer Blase immer ein starker Anstieg der privaten Verschuldung voraus. Daher will die Zentralbank die Anpassungen bei Blasen von Anlagepreisen verhindern.

Steven Poloz, Governeur der Bank of Canada

Bank of Canada: Stephen Poloz
Wegen der guten Konjunktur hob die Bank of Canada im vergangenen Juli den Tagesgeldsatz um 0,25 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent - die erste Erhöhung seit sieben Jahren. Höhere Zinsen sollen die Wirtschaft weiterhin ankurbeln - denn die hat in den vergangenen Jahren gelitten: Kanada hatte mit den Auswirkungen des Ölpreisschocks 2015 zu kämpfen. Laut Bank-Chef Steven Poloz werde Kanada die Produktionslücke in der ersten Jahreshälfte 2018 schließen. "Das bedeutet, dass die Inflation ab dann klar im Aufwärtstrend sein sollte", sagte Poloz im Juli gegenüber dem "Handelsblatt".