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Metro: Die bewegte Firmengeschichte des Handelsriesen Ein Rückblick

Metro-Gründer Otto Beisheim

Die Geschichte der Metro beginnt 1963 mit der Eröffnung des ersten SB-Großmarktes in Essen. Gründer waren die Brüder Ernst Schmidt und Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck, die den Cash+Carry-Trend aus den USA importierten. 1964 stieß im Zuge der weiteren Expanison der spätere Mitgesellschafter Otto Beisheim (1924-2013) hinzu, ohne den die Metro-Geschichte nicht zu erzählen wäre. Er stellte unter anderem 1966 den Kontakt zur Duisburger Unternehmerfamilie Haniel her und überzeugte sie vom Einstieg bei Metro. Dabei wurde Beisheim selbst zum Gesellschafter. Die Investmentholding Franz Haniel & Cie. ist noch heute an Metro beteiligt und eines der größten familiengeführten Unternehmen in Deutschland mit zahlreichen Beteiligungen. Im Gefolge expandierte Metro Cash & Carry stetig und schaffte auch den Sprung ins europäische Ausland.

Metro: Die bewegte Firmengeschichte des Handelsriesen Ein Rückblick

Metro-Gründer Otto Beisheim

Die Geschichte der Metro beginnt 1963 mit der Eröffnung des ersten SB-Großmarktes in Essen. Gründer waren die Brüder Ernst Schmidt und Wilhelm Schmidt-Ruthenbeck, die den Cash+Carry-Trend aus den USA importierten. 1964 stieß im Zuge der weiteren Expanison der spätere Mitgesellschafter Otto Beisheim (1924-2013) hinzu, ohne den die Metro-Geschichte nicht zu erzählen wäre. Er stellte unter anderem 1966 den Kontakt zur Duisburger Unternehmerfamilie Haniel her und überzeugte sie vom Einstieg bei Metro. Dabei wurde Beisheim selbst zum Gesellschafter. Die Investmentholding Franz Haniel & Cie. ist noch heute an Metro beteiligt und eines der größten familiengeführten Unternehmen in Deutschland mit zahlreichen Beteiligungen. Im Gefolge expandierte Metro Cash & Carry stetig und schaffte auch den Sprung ins europäische Ausland.

Galeria Kaufhof-Logos

1996 verschmolz Metro Cash + Carry mit der Kaufhof Holding, der Deutsche SB Kauf (Reste der Coop-Holding) und der Asko Deutsche Kaufhaus AG. Eine neue Ära begann, denn der verschmolzene Konzern Metro AG nahm ab dem 22. Juli 1996 Kaufhofs Platz im Dax ein.

Pelikan-Sortiment in Werbeaufsteller

Zum Konzern gehörten unter anderem die Huma-Einkaufszentren, aber auch der bekannte Büroartikel- und Schreibwarenhersteller Pelikan.

Adler Mode Filiale

Im mittlerweile stark gewachsenen Portfolio der Metro fanden sich unter anderem auch die Adler-Modemärkte, die man ab 2003 in die Holding-Konstruktion Divaco einbrachte, um sie zu verkaufen. 1998 wurden zudem 94 Allkauf-SB-Warencenter übernommen. Seit 2002 firmierte der Konzern als "Metro-Group", 2003 trennte man sich komplett von Divaco für den symbolischen Preis von 1,00 Euro. Die Adler-Modemärkte wurden dagegen 2004 zurückgekauft, 2009 dann erneut verkauft.

Vobis

Zu Divaco gehörten seinerzeit so bekannte Namen wie die Computerhändler Vobis und MaxData, die Schuhhandelskette Reno, Möbel Roller oder auch schon damals unrentable Kaufhof-Filialen.

Und auch die Praktiker-Baumärkte gehörten zum Metro-Imperium. 2005 wurde die Firma an die Börse gebracht, zudem trennte sich Metro von weiteren Baumarkt-Beteiligungen. Das Ende ist bekannt. Praktiker verhob sich und musste 2013 Konkurs anmelden, 2014 folgte auch die Tochter Max Bahr.

Real-Markt in Köln

2006 dann ein weiterer Meileinstein für die Metro. Die Firma kaufte 85 deutsche Niederlassungen der amerikanischen Walmart, die damit ihr verlustbringendes Geschäft in Deutschland beendete. Walmart war zuvor beim Einzelhändler Wertkauf eingestiegen, der vom Möbelunternehmer Hugo Mann (Möbel Mann) gegründet worden war. Metro gliederte die Walmart-Märkte in seine Real-Einzelhandelsmärkte ein.

2008 kaufte Rewe von Metro die Vertriebsmarke Extra mit rund 250 Standorten bundesweit. Der Name Extra verschwand, die Geschäfte wurden in Rewe und toom-Verbrauchermärkte umbenannt.

Vorstandsvorsitzender der Metro Group, Olaf Koch,

2012 gab es dann an der Spitze des Konzerns einen Wachwechsel. Olaf Koch löste zu Jahresbeginn Eckhard Cordes als Firmenchef ab. Cordes war 2007 von Haniel gekommen, nachdem er zuvor zum engsten Führungskreis des ehemaligen Daimler-Chefs Jürgen Schrempp gehört hatte. Olaf Koch steht der neuen Metro auch heute noch vor.

Metro fliegt aus Dax

In Kochs Ägide fällt ein besonders bitterer Moment in der wechselhaften Metro-Geschichte. Die Aktie muss zum 24.9. 2012 den Leitindex Dax verlassen und rutscht in den MDax ab. Dort wird die Stammaktie bis heute notiert.

Hudson's Bay Company-Logo

2015 folgte dann die Trennung vom Warenhaus Kaufhof. Für 2,8 Milliarden Euro ging das Unternehmen an den kanadischen Einzelhändler Hudson's Bay Company. Wirklich glücklich geworden sind die Kanadier mit Kaufhof aber nicht. Erst jüngst wurde die Fusion von Kaufhof mit dem mittlerweile zur österreichischen Signa-Gruppe gehörenden einstigen Erzrivalen Karstadt bekannt gegeben. Mehr zum Thema: HBC erwartet Einsparungen durch Karstadt-Kaufhof-Fusion

Metro und Ceconomy

Der markanteste Meilenstein der jüngeren Metro-Geschichte ist die Anfang 2016 bekannt gegebene Aufspaltung des Konzerns in die beiden Sparten Elektronik und Lebensmittel. In den Lebensmittelbereich, dem weiterhin Olaf Koch vorsteht, wurden die Groß- und Einzelhandelsaktivitäten (Cash + Carry und Real), in die Elektroniksparte die Märkte Media Markt und Saturn eingebracht. Das Elektronikgeschäft wurde unter dem Namen Ceconomy an die Börse gebracht und ist ebenfalls im MDax enthalten. Zuletzt hat sich Ceconomy aus dem defizitären Russland-Geschäft zurückgezogen.

Erich Kellerhals

Die Aufspaltung hat aber auch eine Vorgeschichte. Denn Metro hat sich jahrelang mit dem Media-Markt-Gründe Erich Kellerhals um das Konzept und Einfluss der Märkte gestritten. Leopold Stiefel, der Media Markt zusammen mit Kellerhals gründete, hatte seine Anteile zwischenzeitlich an Metro verkauft. Kellerhals hatte 1979 einen ersten Media Markt eröffnet. 1990 erwarb Kaufhof eine Beteiligung von 54 Prozent und brachte die Saturn-Märkte ein. Kellerhals erhielt ein Vetorecht in Geschäftsfragen, das sich für Metro noch zum Ärgernis ausweiten sollte. Der Dauerstreit wird nun zwischen Ceconomy und Kellerhals' Erben fortgesetzt.

Was bleibt also, nachdem Metro nunmehr Real und damit die Einzelhandelsaktivitäten ins Schaufenster gestellt hat? Vordergründig die Großhandelsaktivitäten, also das einstmalige Kerngeschäft. Klar ist aber auch, dass der Verkauf die Fantasie der Börse weckt - gerade angesichts der wechselhaften Geschichte des Konzerns. <strong><em>Mehr zum Thema:</em></strong><em> </em><a href="" externalId="73c586b2-f20e-43f9-ba43-1e65c865f610"><em>Metro verkauft Real</em></a>: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr

Was bleibt also, nachdem Metro nunmehr Real und damit die Einzelhandelsaktivitäten ins Schaufenster gestellt hat? Vordergründig die Großhandelsaktivitäten, also das einstmalige Kerngeschäft. Klar ist aber auch, dass der Verkauf die Fantasie der Börse weckt - gerade angesichts der wechselhaften Geschichte des Konzerns. Mehr zum Thema: Metro verkauft Real