Porträt

Der saudische Prinz al-Walid ibn Talal

Prinz Al-Walid bin Talal Der Warren Buffett aus Saudi-Arabien

Stand: 08.10.2015, 15:30 Uhr

Bescheidenheit sieht anders aus. Er gilt als glamourös, ein Mann mit ausschweifendem Lebensstil, der mit mit seinem Reichtum nicht hinterm Berg hält.

Mit "Forbes" stritt er sich, weil das Magazin ihn auf seiner Liste der Superreichen nur auf Platz 26 stellte. Al-Walid klagte wegen Verleumdung. Sein Vermögen sei zu niedrig bewertet worden. Forbes dagegen sagte, der Prinz übertreibe bei seinem Reichtum. Der Rechtsstreit wurde aber kürzlich beigelegt. Aktuelles Forbes-Ranking: Platz 34.

Vielleicht besänftigt ihn ja das: Laut Forbes ist der Enkel des Staatsgründers Ibn Saud der reichste Mann des Öl-Landes Saudi-Arabiens.

Es ist nicht alles Öl

Al-Walids Milliarden-Imperium basiert aber gar nicht auf Öl. Er hat sein Vermögen geschickt vermehrt durch Investments in viele andere Branchen. Vom Vater gab es zwar eine Starhilfe von 30.000 Dollar. Doch die Summe war schnell aufgebraucht. Als Al-Walid 1980 am Wirtschaftsboom Saudi-Arabiens teilhaben will, muss er sich Geld von der Bank leihen. Er bekommt 300.000 Dollar, ist gerade 25 Jahre alt. Zehn Jahre später hat er daraus eine Milliarde gemacht.

Womit genau er das Geld anhäufte, ist nicht verbürgt. Er selbst sagt, er habe das Geld mit Immobilien- und Grundstücksspekulationen verdient, und seit 1987 an der Wall Street. Er hat sich in viele Konzerne eingekauft. Seine Kingdom Holding, die er zu 95 Prozent kontrolliert, besitzt eine Kette von Luxushotels und hält Beteiligungen an Unternehmen wie Citibank, News Corp, Apple und Twitter.

"The World's Foremost Value Investor"

Al-Walid baute sich sein weltweites Geschäftsimperium insbesondere durch Investitionen in verschuldete Großunternehmen auf. Dabei investiert er nicht immer islam-konform, was Kritiker in der arabischen Welt aufbringt. In den Hotels, an denen er Anteile hält, wird Alkohol ausgeschenkt. Die TV-Sender des Medienriesen NewsCorp berichten nicht unbedingt islamfreundlich. Al-Walid kommt aus einem relativ liberalen Elternhaus, studierte in den USA.

Er nennt sich selbst der "arabische Warren Buffett". Damit forderte er den amerikanischen Investmentguru heraus. Der schrieb, er sei als "Walid Amerikas" bekannt. Buffett ist so etwas wie Prinz Walids Vorbild. Seine Kindom Holding preist sich auf der Webseite als "The World’s Foremost Value Investor". Al-Walid setzt auf große Marken von weltweit bekannten Konzernen. Konzernen in Not wie der Citigroup springt er helfend zur Seite. Andere sagen: Er kauft Aktien billig, verkauft sie teuer.

Jüngst machte er Schlagzeilen, weil er sein Vermögen wohltätigen Zwecken spenden will. 32 Milliarden Dollar sollen in den nächsten Jahren in die Hilfs-Organisation Alwaleed Philantrophies fließen, die für eine bessere Gesundheitsversorgung sorgen soll, gegen Krankheiten und Armut kämpft und Schulen baut. Böse Zungen sagen, er wolle damit nur Bill Gates überholen und zum größten Wohltäter aller Zeiten werden.

bs

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