Amazon-Chef Jeff Bezos

Endgültiger Generationswechsel? Der reichste Mensch der Welt setzt sich weiter ab

Stand: 05.02.2018, 12:06 Uhr

Jahrelang führte Microsoft-Gründer Bill Gates die Liste als reichster Mann der Welt an. Im Oktober übernahm Amazon-Chef Jeff Bezos den Titel. Das Kopf-am-Kopf-Rennen zwischen den beiden könnte nun endgültig vorbei sein - dank Rekordrally.

Im vergangenen Jahr lieferten sich Microsoft-Gründer Bill Gates und Amazon-Chef Jeff Bezos ein Rennen um den Titel als reichster Mensch der Welt. Seit Oktober steht nun Bezos an der Spitze. Im Januar knackte er sogar die Vermögens-Bestmarke von 105 Milliarden Dollar, die Gates im Frühjahr 1999 aufgestellt hatte. Der Geschäftserfolg des Internethändlers hat Bezos nun einen noch größeren Vorsprung verschafft.

Amazon: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum Intraday
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Laut Berechnungen der Nachrichtenagentur Bloomberg hat Bezos aktuell ein Reinvermögen von 120 Milliarden Dollar. Bill Gates kommt nur auf 93,8 Milliarden Dollar.

Am Freitag hatten die glänzende Jahresbilanz und vielversprechenden Quartalszahlen für einen Höhenflug der Aktie gesorgt: Sie schaffte es auf ein neues Rekordhoch von 1.477,50 Dollar. Das dürfte Bezos gefreut haben: Der Konzernchef ist mit 16 Prozent der größte Einzelaktionär von Amazon.

Rund 110,25 Milliarden Dollar ist sein Aktienpaket aktuell wert - und das, obwohl Bezos sich im Laufe des vergangenen Jahres von Aktien im Gesamtwert von rund 1,94 Milliarden Dollar getrennt hatte. Die Rally am Freitag, die mit einem Schlusskurs von rund 1.429,95 Dollar endete, beflügelte nazütlich auch den Wert seiner Anteile: Hätte er sie am Freitagabend verkauft, hätte er einen Gewinn von 3,08 Milliarden Dollar im Vergleich zum Schlusskurs vom Vortag machen können.

Wohin mit den Milliarden?

Bill Gates

Bill Gates. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Eigentlich hätte Microsoft-Gründer Gates aber mehr als 150 Milliarden Dollar Nettovermögen - doch innerhalb der letzten zwanzig Jahre hat er rund 700 Millionen Microsoft-Aktien im Wert von 61,8 Milliarden Dollar gespendet, so "Forbes". Einen Großteil steckte Gates außerdem seine "Bill und Melinda Gates Foundation" - die größte Privatstiftung der Welt.

Auch Bezos hat schon gespendet: So gingen 2011 laut dem Technikblog "Recode" mehrere Millionen Dollar an die Princeton-Universität und ein Krebsforschungsinstitut in Seattle. Einen Titel als Philantrop konnte er sich damit aber bislang nicht verschaffen – doch das soll sich ändern.

Bezos wird jetzt Philantrop

Im Juni vergangenen Jahres kündigte der Amazon-Chef an, philantropisch tätig werden zu wollen. Die Spende von 33 Millionen Dollar an "TheDream U.S." scheint nun der erste Schritt: Die Organisation finanziert Stipendien für Ausländer oder Aufenthaltsrecht in den USA.

Start des Raumfahrzeuges «New Shepard» in Texas

New Shepard. | Bildquelle: Blue Origin/dpa

Der Großteil seiner Gelder dürften aber weiterhin in seinen großen Traum von der Raumfahrt fließen: Mit seiner Firmen Blue Origin plant Bezos die Besiedlung des Mondes. Die Forschung und Entwicklung dafür kosten so einiges.

jz

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Wie Amazon-Chef Bezos zum reichsten Mann der Welt wurde Gelobt als Visionär, getadelt als Chef

Jeff Bezos als Kind

Der Junge aus Albuquerque
Jeffrey "Jeff" Preston Jorgensen kam am 12. Januar 1964 in Albuquerque in New Mexico zur Welt. Nach einem Jahr trennte sich seine Mutter Jacklyn Gise von Jeffs Vater, dem Zirkusartisten Ted Jorgensen. Als Jeff vier Jahre alt war, heiratete seine Mutter den kubanischen Immigranten Miguel Bezos. Mit ihm bekam sie zwei weitere Kinder: Christina und Mark. Miguel Bezos adoptierte Jeff. Das erfuhr er mit zehn Jahren - doch...