Warren Buffett

Warren Buffett Der Meister des Zinseszinseffektes

Stand: 27.02.2017, 15:45 Uhr

Ist der Schlüssel zum Erfolg des Großinvestoren Buffett vielleicht einfacher als angenommen? Denn die Zeit spielt eine wichtige Rolle in der Vermögensentwicklung des mittlerweile 86-Jährigen.

Warren Buffett wurde einmal gefragt, was ihn zu einem der reichsten Männer der Welt machte. Darauf antwortete er: "Drei Dinge. In Amerika zu leben, um die großartigen Gelegenheiten nutzen zu können, gute Gene zu haben, sodass ich lange leben kann und Zinseszinsen."

Und in der Tat trifft dies auf das Orakel von Omaha, wie Buffett auch genannt wird, zu. Der Zinseszinseffekt wiegt dabei stärker, als man vielleicht denkt.

Vermögensentwicklung Buffetts in Lebensjahren

Vermögensentwicklung Buffetts in Lebensjahren. | Bildquelle: picture alliance / dpa, dadaviz.com

Geld kommt zu Geld

Einstein bezeichnete den Zinseszins-Effekt einst als das achte Weltwunder. Diesen machte sich die Investoren-Legende zunutze und ist der lebende Beweis für dessen Effekt. Das Vermögen Buffetts legte dabei quasi exponentiell zu, womit er 77 Prozent seines Vermögens erst in den letzten 20 Jahren akkumulierte.

Der Vermögensaufbau beginnt also sehr langsam und gleichmäßig. Erst nach einiger Zeit macht sich der Zinseszinseffekt bemerkbar und beschleunigt das Vermögenswachstum exponentiell. Dabei spielt nicht nur Geduld eine große Rolle, sondern auch die Tatsache so früh wie möglich mit dem Vermögensaufbau zu beginnen. Und genau das hat Buffett beherzigt.

Genügsam und sparsam

Der Berkshire Hathaway-CEO startete seine Investment-Karriere schon im zarten Alter von elf Jahren mit dem Kauf von drei Aktien und hatte schon mit 15 Jahren ein Nettovermögen von 6.000 Dollar erwirtschaftet. Dabei erwies er sich auch als durchaus kreativ. Beispielsweise mit dem Versuch, das Fahrrad in der Steuererklärung unterzubringen - um so 35 Dollar zu sparen. In seinen 30ern kam Buffett dann zu seiner ersten Million und mit 56 Jahren schaffte er die eine Milliarde Dollar Hürde.

Wer spart wird reich

Bill Gates und Warren Buffett beim Zeitungswerfen während der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway 2015

Wenn Bill & Warren zu McDonald’s gehen

Auch Bill und Melinda Gates können pfiffig schreiben. Ihren aktuellen Jahresbrief haben sie an Warren Buffett adressiert. Bill Gates erzählt darin eine nette Anekdote von einem gemeinsamen McDonald‘s Besuch mit der Investorenlegende in Hongkong. Warren Buffett wollte die Rechnung übernehmen und zahlte erstaunlicherweise mit Coupons. Wie sagte schon Fantastilliardär Dagobert Duck so treffend: wer den Kreuzer nicht ehrt…

Wenn beide Milliardäre, die Platz eins und zwei der Geldrangliste belegen, ihr Geld zusammenwerfen, könnten sie McDonald’s mit einer Marktkapitalisierung von rund 107 Milliarden Dollar locker kaufen. Der Rest würde noch reichen, um ihn für Infineon und Adidas zu verjubeln.

Mittlerweile hält der 86-Jährige laut Forbes ein Vermögen von 76,3 Milliarden Dollar und ist damit nach Microsoft-Gründer Bill Gates (86,3 Milliarden Dollar) der zweitreichste Mensch der Welt.

Später setzte er auf die Werte Einfachheit und Weitblick. Seine Investitionen in Qualitätsfirmen verlangen, wie beim Eintreten des Zinseszinseffektes, Geduld. Und die hat sich mit seiner Spürnase ziemlich ausgezahlt. Mehr als 100 Milliarden Dollar sind unter anderem in Aktien von American Express, Coca Cola und IBM investiert.

Der 86-Jährige, der immer für einen Spaß zu haben ist, verwendet jedoch auch einen guten Teil seines Vermögens für karitative Zwecke und lebt auch heute noch in seinem Haus in Omaha, das er 1958 für 31.500 Dollar gekauft hatte.

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