Porträt

Laurence Fink, Chef des Finanzkonzerns BlackRock

Der Blackrock-Chef Larry Fink: Der Billionen-Mann

Stand: 23.09.2015, 15:19 Uhr

Unscheinbar, unauffällig und stets um geringstmögliches Aufsehen bemüht. Der Chef des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock ist eine graue Eminenz in der Finanzwelt. Sein Einfluss jedoch kennt kaum Grenzen.

Rein äußerlich wirkt der 62-jährige Laurence D. (Larry) Fink wie ein stiller besonnener Buchhalter. Kein Aufsehen, kein Machtgehabe, keine Eskapaden. Der Blackrock-Chef ist dreifacher Familienvater, seit 40 Jahren mit derselben Frau verheiratet und hat einen Hauptwohnsitz in New York und daneben noch ein Domizil im Ski-Ort Vail in Colorado.

Der gebürtige Kalfornier hat seinen Abschluss an der UCLA gemacht und landete 1976 als Banker in New York. In der Investmentbank First Boston schaffte er es schließlich bis zum Leiter des Rentenmarkt-Geschäfts. Schließlich startete unter seiner Leitung der Handel mit Futures und Optionen bei First Boston. Fink war auch einer der ersten, der mit verbrieften Hypotheken-Papieren handelte, eine Expertise, die sich später als ein Glücksgriff für Blackrock herausstellen sollte.

Als Investmentbanker verbrannt

Ein folgenschwerer Irrtum Finks sorgte allerdings für sein Ende als Investmentbanker. Fink hatte 1986 die Zinsentwicklung falsch eingeschätzt und entsprechend fatal mit Renten-Papierien gehandelt: Für die Bank entstand ein Verlust von 100 Millionen Dollar.

Da dürfte Larry Fink die wichtigste Job-Gelegenheit seines Lebens nur zwei Jahre später allzu gerne angenommen haben: 1988 gründete er Blackrock als Tochtergesellschaft des Private-Equity-Unternehmens Blackstone. 1994 wurde Blackrock eigenständig und Fink wurde Alleinherrscher über einen Vermögensverwalter, der bald die Nummer 1 in der Branche werden sollte.

Aufstieg durch die Finanzkrise

Die Finanzkrise spielte dem Manager dabei in die Hände. Während die traditionellen Finanzinstitute in den Strudel der Krise gerissen wurden und viel Vertrauen verspielten, wurde Fink zum gefragten Berater von Politik und Notenbanken. Als Experte im Geschäft mit Hypotheken-Derivaten konnte er sich umso mehr profilieren. Fink, der politisch seit jeher bei den Demokraten angesiedelt ist, konnte in der Ära von Präsident Barack Obama (seit 2008) seinen Einfluss entsprechend ausbauen.

Mit den iShares auf Billionenfang

Ein weiterer Coup gelang ihm mit der Übernahme des Fondsanbieters BGI von der britischen Barclays Bank. Damit wurde Blackrock zum führenden Anbeiter von börsengehandelten Index-Fonds (ETFs). Die "iShares" von Blackrock haben inzwischen eine Summe von einer Billion Dollar eingesammelt. Blackrock insgesamt kommt auf ein verwaltetes Vermögen von 4,7 Billionen Dollar.

Im Vergleich zu dieser Summe nimmt sich Finks privates Vermögen eher bescheiden aus. Mit geschätzt 340 Millionen Dollar gehört er nicht zu dem illustren Club der Investmentbanker, Hedgefonds-Manager und Industrie-Kapitäne, die Milliardenvermögen angehäuft haben. Seine Macht allerdings stellt die der meisten Milliardäre weit in den Schatten.

AB