Mit einer Riesentorte wird am 20.3.1998 der Höchststand des Dax an der Frankfurter Börse gefeiert

Heute vor 20 Jahren Dax erstmals über 5.000 Punkten

Stand: 20.03.2018, 15:24 Uhr

Vor genau 20 Jahren, im März 1998, hat der Dax erstmals die Marke von 5.000 Punkten übersprungen. Danach ging es zwar einige Jahre chaotisch zu, doch als langfristige Anlage bleiben Aktien unübertroffen - steht doch der Dax heute über 12.000 Punkten.

Als der Dax am 20. März 1998 erstmals über 5.000 Punkte sprang, wurde am Parkett eine riesige Marzipantorte angeschnitten. Doch das Hoch erwies sich als Fehlausbruch, der Dax fiel wieder unter die magische Marke - und brauchte über sieben Jahre, bis zum September 2005, um die symbolische Schwelle von 5.000 Punkten erneut zu überspringen. Diesmal allerdings ohne Torte.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre
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Auch als der Dax am 3. Juli 2014, knapp 26 Jahre nach seiner Einführung, erstmals fünfstellig wurde und die Marke von 10.000 Punkten überschritt, arbeiteten die Händler einfach routiniert weiter, als wäre nichts geschehen. Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hatten bis dato gefragte Staatsanleihen immer unattraktiver gemacht und den deutschen Leitindex in die Höhe getrieben. Selbst Bundespapiere werfen nur noch Zinsen im Promille-Bereich ab – und bedeuten nach Abzug von Inflation realen Vermögensverzehr. Aktien, vor allem solche mit üppigen Dividenden, wurden alternativlos – eigentlich.

Sparplan auf den Dax 30 - Historische Wahrscheinlichleit, dass ein nominaler Gewinn erwirtschaftet wird

Sparplan auf den Dax 30 - Historische Wahrscheinlichleit, dass ein nominaler Gewinn erwirtschaftet wird. | Bildquelle: Deka, DAI, Metzler, Union Investment, Grafik: boerse.ARD.de

Monatliche Sparraten

Viele Deutsche halten Aktienanlagen aber bis heute für Teufelszeug, das nur für Zocker und Spekulanten geeignet ist. Dabei zeigt ein Blick auf die Entwicklung des vor 30 Jahren ins Leben gerufenen Deutschen Aktienindex' vor allem eines: Für den langfristig orientierten Anleger bleiben Aktien ein lohnendes Ziel. Mehr noch: Es gibt nichts Besseres.

Die Frage nach dem günstigsten Einstiegszeitpunkt sollte Privatanleger nicht allzu sehr beschäftigen, erklären die Experten des Deutschen Aktieninstituts DAI. Viel wichtiger sei ein langfristiges Engagement mit kontinuierlichen monatlichen Sparraten. Dies könne zum Beispiel mit Aktien- oder Aktienfondssparplänen einfach und auch mit kleinen Beträgen erfolgen, betont Christine Bortenlänger, Vorstand des DAI.

Höhere Renditen

Eine einfache Modellrechnung zeigt, dass man mit Aktiensparplänen, also der regelmäßigen Anlage von festen Beträgen, sehr viel erreichen kann. Den Berechnungen des DAI zufolge hat ein breit gestreutes Portfolio deutscher Standardaktien in der Vergangenheit langfristig regelmäßig sechs bis neun Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaftet.

"Bei 50 Euro monatlichem Sparbetrag hat sich das in den Dax investierte Kapital von 18.000 Euro nach 30 Jahren auf bis zu 86.000 Euro vervielfacht", rechnet Bortenlänger vor. Unterstelle man dagegen eine jährliche Verzinsung von drei Prozent auf einem Sparbuch, käme man nur auf 29.000 Euro. Dabei ist ein solches Modell in Zeiten von Nullzinsen schon seit Jahren völlig unrealistisch.

Dagegen hat sich das langfristig angelegte Aktiensparen als vorteilhaft erwiesen. Gerade jüngere Menschen sollten deshalb eine Aktienanlage viel mehr nutzen als bisher, raten die Experten des DAI. Vielleicht gibt es bei einem Dax von 15.000 oder 20.000 dann wieder eine Marzipantorte.

lg