Warren Buffett

Warren Buffett und Charlie Munger als Gummienten

Berkshire-Hauptversammlung Das "Woodstock für Kapitalisten"

Stand: 02.05.2014, 17:13 Uhr

Für einige Anleger ist es das Ereignis des Jahres: die Hauptversammlung von Warren Buffetts Investmentfirma Berkshire Hathaway. Am Samstag pilgern wieder Zehntausende nach Omaha, um ihrem Idol zu lauschen. Das Aktionärstreffen ist zu einem Happening mutiert, das vor allem einen reicher macht: Buffett.

Was der Papst in Rom, ist Warren Buffett in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska. Wenn die Investoren-Legende ihre Gläubigen einlädt, strömen sie in Scharen herbei. So wird es auch an diesem Wochenende wieder sein. Gut 40.000 Aktionäre werden in der voll besetzten Century-Link-Sportarena erwartet.

Das Treffen gilt als "Woodstock für Kapitalisten". Viele kommen zu dem Aktionärstreffen wegen der tollen Show. Traditionell wird das Event von einer Video-Montage eröffnet, in der Buffett auftritt. Im letzten Jahr gab's ein Duett des Starinvestors mit dem Starsänger Jon Bon Jovi.

Mehrstündiges Frage-Antwort-Spiel

Danach beginnt das eigentliche Highlight: Ein fünfeinhalbstündiger Frage-Antwort-Marathon, bei dem Buffett Farbe bekennen muss. Dabei sorgt das "Orakel von Omaha" mit seinem Humor oft für gute Unterhaltung. Meist liefert er sich einen verbalen Schlagabtausch mit dem stellvertretenden Verwaltungsratsvorsitzenden Charlie Munger. Die Aktionäre fühlen sich dann wie in einer Comedy-Show.

Ein paar Fragen freilich sollte der 83-jährige Berkshire-Chef aber schon ernsthaft beantworten. Zum Beispiel die nach seiner Nachfolge. Seit mehreren Jahren rätselt die Berkshire-Community, wer eines Tages das schwere Erbe von Buffett übernimmt. Als Favorit gilt Ajit Jain, der das Rückversicherungsgeschäft von Berkshire leitet. Aber auch Buffetts ältestem Sohn Howard, einem 58-jährigen Landwirt, wird in Zukunft eine führende Rolle zugetraut.

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway.

Wer wird Buffetts Nachfolger?

Noch freilich denkt Warren Buffett nicht ans Aufhören. Auch diesmal wird er seinen Jüngern wieder zurufen, dass er sich bester Gesundheit erfreue. Vor zwei Jahren noch hatten Aktionäre befürchtet, dass der Senior bald abtreten müsse, weil er an Prostatakrebs litt. Aber der Krebs wurde erfolgreich behandelt, und Buffett spielte das Ganze herunter als Nicht-Ereignis. Eher "werde ich vorher von einem eifersüchtigen Ehemann erschossen", meinte der 83-Jährige.

Für Buffett und seine Investmentholding Berkshire Hathaway ist das Aktionärstreffen längst zu einer riesigen Geldmaschine geworden. Eine Reihe der 80 Tochterfirmen von Berkshire verkaufen ihre Produkte auf oder am Rande der Hauptversammlung. Bei Justin zum Beispiel wird am Tag des Aktionärstreffens durchschnittlich alle 30 Sekunden ein paar Cowboy-Stiefel gekauft. Und der Laufschuhhersteller vertreibt Massen von T-Shirts mit dem Gesicht von Buffett.

Juwelen oder Buffett-Quietschenten

Für dem Juwelier Borsheims ist das Berkshire-Wochenende gar wichtiger als Weihnachten. An den drei Tagen macht Bersheims mit seinen Diamanten, Luxusuhren und edlen Ringen mehr Umsatz als in der gesamten Weihnachtszeit. Warren Buffett selbst stellt sich am Sonntag beim Shopping Day hinter den Verkaufstisch von Borsheims.

Für Aktionäre, die weniger Geld in der Tasche haben, gibt's Warren Buffett für die Badewanne. Für fünf Dollar werden auf der Hauptversammlung Quietschenten mit dem Konterfei von Buffett und Charlie Munger (siehe oben) angeboten. Für manche Anleger ist das die einzige Gelegenheit, ihrem Idol ganz nahe zu rücken…

nb