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Kleine Bulle- und Bär-Figuren an der Frankfurter Börse

Börsengeschichte Das Fahrstuhlteam des Dax

Stand: 09.01.2017, 16:55 Uhr

Jede Sport-Liga hat einen immer wiederkehrenden Auf- und Absteiger. Beim Dax gibt es diesen auch: Continental.

Seit der offiziellen Einführung des Deutschen Aktienindex am 1. Juli 1988 hat sich einiges getan. Von den 30 Gründungsmitgliedern des Ur-Dax haben sich 15 Mitglieder bis heute behauptet: Allianz, BASF, Bayer, BMW, Continental, Commerzbank, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Lufthansa, Henkel, Linde, RWE, Siemens, ThyssenKrupp und Volkswagen.  

Einige Namen wie Deutsche Babcock, Feldmühle Nobel oder Nixdorf Computer, die noch zum Ur-Dax gehörten, sind vollständig vom Kurszettel verschwunden. Geprägt wurde der Wandel in hohem Maße durch Fusionen und Übernahmen. Die Bayerische Hypotheken-und Wechselbank schloss sich mit der Hypobank zusammen und wurde zur HypoVereinsbank. Thyssen und Krupp wurden zu ThyssenKrupp, Veba und Viag wurden zu Eon.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
11.341,00
Differenz relativ
-0,11%

Aber auch Übernahmen gestalteten die Dax-Landschaft signifikant: Im Jahr 1990 ging Nixdorf in Siemens auf und die finnische Stora Enso übernahm Feldmühle Nobel, die Allianz übernahm 2001 die Dresdner Bank und Bayer schluckte Schering 2006. Unvergessen bleibt auch die Übernahme des Röhren- und Maschinenbaukonzerns Mannesmann durch Vodafone im Jahr 2000.

Ein Ost-West Gefälle ergibt sich auch bei den Dax-Unternehmen. Kein einziges Unternehmen der neuen Bundesländer taucht in der Liste der größten 30 auf. Stattdessen führen Bayern und NRW die Liste an.

Auf und ab im Dax

Continental-Fahne vor der Unternehmenszentrale in Hannover

Das "Fahrstuhl-Team" des Dax. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Wenn der Dax dieses Jahr seinen 29. Geburtstag feiert, haben einige der Ur-Dax Firmen eine bewegte Geschichte hinter sich. So auch Continental. Der größte deutsche Automobilzulieferer ist das "Fahrstuhl-Team" der Dax-Liga. 1996 musste der Konzern wegen zu geringer Marktkapitalisierung aus dem Dax ausscheiden und wurde prompt durch die Münchener Rück ersetzt. Sieben Jahre musste der Zulieferer warten, bis er 2003 wieder bei den großen 30 stehen durfte. 2008 schied er erneut aufgrund einer zu geringen Marktkapitalisierung aus, bis er sich am 24.09.2012 wieder zu den größten und umsatzstärksten deutschen Aktien (Blue Chips) zählen durfte.

Auch junge Unternehmen kämpfen sich in den Dax. So sind die neuesten Mitglieder im Dax die Wohnungsbaugesellschaft Vonovia (2015) sowie ProSiebenSat.1 Media (2016). Wie sie sich im Vergleich zu den Ur-Dax-Mitgliedern schlagen, bleibt abzuwarten. Im Dax wie in Sportligen kann durch neue Teams Schwung ins Spiel kommen. Es bleibt also weiter spannend, wie sich der Dax und seine Mitglieder entwickeln.

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