Rene Obermann

Noch ein AR-Mandat Da ist er wieder, der René

Stand: 12.04.2018, 08:26 Uhr

Der frühere Telekom-Chef René Obermann ist in den Verwaltungsrat von Airbus berufen worden. Damit wird die Liste der Aufsichtsratsmandate von Obermann immer länger.

Obermann rückt für Hans-Peter Keitel in das Airbus-Gremium nach. Das entschied die Hauptversammlung des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns am Mittwoch in Amsterdam. Der Verwaltungsrat ist für den Kurs des Unternehmens verantwortlich und steuert auch die Suche nach dem Nachfolger von Konzernchef Tom Enders, der in einem Jahr aus dem Amt scheidet.

Markus Gürne
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Ist Airbus der lachende Dritte?

Für den 55-jährigen Obermann, der bis Ende 2013 die Deutsche Telekom leitete, wird damit die Liste seiner Aufsichtsratsmandate immer länger. Seit 2013 ist er Mitglied im Aufsichtsrat der ThyssenKrupp AG und seit 2015 sitzt er auch im Kontrollgremium des Koblenzer TecDax-Unternehmens Compugroup Medical. Dessen Aufsichtsrat wird übrigens von Klaus Esser geleitet, dem früheren Chef der Mannesmann AG.

Glasfaseranbieter und Internetdienstleister

Doch damit nicht genug. Seit 2017 sitzt Obermann auch im Aufsichtsrat der Allianz Deutschland AG. Auch der saarländische Glasfaserspezialist Inexio hat ihn in seinen Aufsichtsrat berufen. Zudem leitet Obermann den Aufsichtsrat des von Ralph Dommermuth gegründeten Internetdienstleisters 1&1 sowie des Berliner Internetdienstanbieters Strato, der ebenso wie 1&1 zum United Internet-Konzern des Herrn Dommermuth gehört.

Seit dem Mai 2017 gehört Obermann zudem dem fünfköpfigen Herausgeberrat des "Zeit"-Verlages an. Und seit Anfang dieses Jahres ist der Rheinländer auch Member of the Board bei der norwegischen Telefongesellschaft Telenor Group.

Spitzname Bulldozer

Wie schafft man das? "Ich könnte mich täglich mit einer neuen Sache befassen“, vertraute Obermann kürzlich dem "Handelsblatt" an. "Das macht mir besonders Spaß." Sogar ein technisches Studium kann er sich inzwischen vorstellen. "Ich bin ein Lernender, weil mir das M&A-Geschäft aus der Perspektive des Vorstandschefs bekannt war." Allerdings lautet Obermanns Spitzname nicht umsonst "Bulldozer“ (auch "Dobermann" ist verbreitet).

Dabei ist Obermann längst viel mehr als Aufsichtsrat. Vor drei Jahren heuerte er als Partner bei dem Finanzinvestor Warburg Pincus an. Für das US-Unternehmen sucht er nach Investitionsmöglichkeiten in Telekommunikation und Informationstechnologie. Dafür soll Obermann Gerüchten zufolge sogar den Chefposten bei der Lufthansa abgelehnt haben.

lg