Warren Buffett umringt von Journalisten bei der Aktionärsversammlung von Berkshire Hatahway

Onkel Warrens Brief an Dich Die Lehren aus Buffetts Investorenbrief

Stand: 25.02.2019, 11:18 Uhr

Für die Anleger in aller Welt ist Warren Buffetts jährlicher Investorenbrief eine wichtige Orientierung im Börsendschungel. In seinen aktuellen Zeilen hat er wichtige Botschaften für alle Fans von Gold und Donald Trump.

Was man schwarz auf weiß hat, kann man getrost nach Hause tragen - hier sind einige Dinge, die uns Warren Buffett mit seinem Brief mitgeben möchte:

1. Protektionismus ist ungut

Den aktuellen von US-Präsident Trump initiierten Bestrebungen hin zu mehr Protektionismus in der Weltwirtschaft erteilt der Starinvestor eine klare Absage: „Die Amerikaner werden wohlhabender und sicherer sein, wenn es allen Ländern gut geht“, erklärte er in seinem Brief. Von der herrschenden „America-First“-Strategie der Regierung Trump hält er also nichts. „Bei Berkshire hoffen wir, erhebliche Summen über die Grenzen hinweg zu investieren.“

Thomas Russo, langjähriger Investor von Berkshire Hathaway, interpretierte Buffetts Äußerungen als klares Bekenntnis zu offenen Märkte und freiem Handel als Grundlage für Wohlstand.

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Donald Trump: Ein Mann, der manchmal prahlt. | Bildquelle: picture alliance / abaca

2. Das Team ist entscheidend – und der US-Rückenwind

Viel des Erfolges von Berkshire Hathaway hätten er und sein Partner Charlie Munger dem sogenannten „amerikanischen Rückenwind“ zu verdanken, schreibt Buffett weiter. Ohne günstige Umstände gelingt nicht viel, soll das wohl bedeuten. Es gehe noch über Arroganz hinaus, wenn US-Unternehmen oder Individuen prahlen, ein Erfolg sei allein ihr Verdienst, unterstreicht Buffett. Man ahnt, wer gemeint ist.

„Der unglaubliche Reichtum des Landes wurde in einem Zweiparteiensystem erwirtschaftet“, so Buffett weiter. Seit 1942 seien sieben Republikaner und sieben Demokraten Präsident gewesen. Die USA habe selbst größte ökonomische Krisen überstanden. Alle beängstigenden Zeitungs-Headlines seien jetzt Geschichte. Der Rückenwind werde auch die nächsten 77 Jahre anhalten, ist das Orakel von Omaha überzeugt.         

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway

Charles Munger, Vice Chairman (l.) und CEO Warren Buffett von Berkshire Hathaway.

3. Gold ist ein schlechter Hafen, kein sicherer     

Auch zum Thema Gold hat Buffett Interessantes zu sagen. Denjenigen, die seit Jahren wegen des US-Haushaltsdefizits den Untergang beschwören und sich über die wertlose Währung beklagen, setzt er ein paar beeindruckende Zahlen vor. Hätte Buffett die 114,75 Dollar, mit denen er seine Karriere begann, zum Schutz vor Krisen in Gold angelegt, wäre er nun stolzer Besitzer eines Vermögens von 4.200 Dollar.

Wenn er die Dollar dagegen in einen gebührenfreien S&P-500-Investmentfonds angelegt und die Dividenden reinvestiert hätte, wäre sein Einsatz auf 606.811 Dollar gestiegen (vor Steuern). Aus einer Million Dollar wären 5,3 Milliarden geworden.

4. Gute Investments sind derzeit kaum erschwinglich  

Buffett hat gerade das Problem, dass er nicht weiß, was er mit seinen vielen Geld anfangen soll. Ende 2018 ist der Bestand an flüssigen Mitteln auf 112 Milliarden Dollar angewachsen. Buffett würde die Milliarden lieber mit der Chance auf höhere Renditen investieren.  

„Die Preise für Geschäfte, die langfristige Perspektiven versprechen, sind schwindelerregend hoch“, schreibt Buffett. Dies werde auch im laufenden Jahr dazu führen, noch mehr Geld in an der Börse handelbare Aktien stecken zu müssen. Eine große Übernahme beziehungsweise nur der Gedanke daran, sei das, was ihm auch in seinem Alter noch den Puls in die Höhe treibe, so Buffett weiter. Ganz habe er die Hoffnung auf eine Riesenübernahme nicht aufgegeben, es sei aber auch nicht bald damit zu rechnen.

Zuletzt musste der Starinvestor allerdings auch mit seinen langjährigen Stamminvestments, nicht zuletzt Kraft Heinz und Apple, bittere Verluste einstecken.

ts

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