US-Starinvestor Warren Buffett

Starkult trotz Kritik und Gewinnrückgang Großer Rummel um Warren Buffett

Stand: 07.05.2017, 12:27 Uhr

Auch wenn der Star-Investor diesmal einen starken Gewinnrückgang präsentieren muss, auch wenn einige seiner Investments wie Wells Fargo und United Airlines in der Kritik stehen: 30.000 Fans pilgerten auch in diesem Jahr nach Omaha, um 'ihren' Warren Buffett zu sehen.

Wenn Warren Buffett zum jährlichen Aktionärstreffen seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway lädt, geht es mehr um den Starkult als um nackte Zahlen. Viele Aktionäre genießen es, einmal den Börsen-Guru in echt zu sehen. Die Anhänger des Starinvestors kamen auch diesmal in Massen aus aller Welt. Mehr als 30.000 Besucher besuchten an diesem Wochenende die 52. Hauptversammlung von Berkshire Hathaway und versetzten Buffetts beschaulichen Heimatort Omaha im US-Bundesstaat Nebraska in Ausnahmezustand. Die wegen ihrer Außergewöhnlichkeit häufig als "Woodstock des Kapitalismus" bezeichnete Zusammenkunft ist ein buntes Treiben, bei dem die zahlreichen Firmen des Berkshire-Imperiums die Event-Halle in einen Buffett-Tempel verwandeln.

Satter Gewinnrückgang - steigender Kurs

Der Börsenguru konnte zwar nicht mit glänzenden Quartalszahlen aufwarten. Der Überschuss der Gesellschaft mit Sitz in Omaha ging um 27 Prozent auf rund vier Milliarden Dollar zurück. Allerdings war in der Vergleichszahl ein einmaliger Kapitalgewinn von 1,9 Milliarden Dollar enthalten. Das operative Ergebnis sank dennoch um fünf Prozent auf 3,56 Milliarden Dollar. Grund war unter anderem ein defizitäres Versicherungsgeschäft aufgrund diverser Naturkatastrophen.

Doch der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Wesentlich für die Aktionäre ist ohnehin: Buffett liefert weiterhin zuverlässig Milliardengewinne. Auch mit den Berkshire-Aktien ließ sich ein Vermögen machen. Nicht nur über die letzten Jahre: Auch in den letzten zwölf Monaten ist der Kurs um über 16 Prozent gestiegen.

Kritik an Wells Fargo und United Airlines

Buffett stellte sich auch unangenehmen Fragen zu umstrittenen Investments wie etwa an Wells Fargo und United Airlines in der fünfstündigen Frage-und-Antwort-Runde mit Analysten, Journalisten und Aktionären. Wegen des Umgangs mit der Scheinkonten-Affäre übte er scharfe Kritik an Wells Fargo. Das Geldhaus habe sich "total falsch" verhalten, sagte der wegen seines Gespürs für lukrative Geldanlagen das "Orakel von Omaha" genannte Investor. "Das Hauptproblem war, dass sie nicht reagiert haben, nachdem sie davon erfuhren."

Wells Fargo hatte im September die unautorisierte Eröffnung von rund zwei Millionen Spar- und Kreditkarten-Konten zugegeben. Später kam heraus, dass das Management seit Jahren Hinweise hatte, aber nicht entschlossen handelte. Trotz seiner Kritik steht Buffett aber zu der Beteiligung an Wells Fargo. Berkshire hielt zuletzt Aktien im Wert von rund 25 Milliarden Dollar und ist damit der größte Anteilseigner.

Auch andere umstrittene Investments - bei United Airlines, aber auch American Express und Coca-Cola - verteidigte Buffett. Die Unternehmen hätten zwar derzeit Schwierigkeiten, "aber wir mögen sie sehr gerne", betonte er. "Wir haben die Aktien nicht in der Annahme gekauft, dass sie nie Probleme haben werden." Zu Buffetts Konglomerat gehören über 80 Firmen - von Versicherern, Einzelhandelsgrößen und Autohäusern bis hin zu Zeitungen und einer Frachteisenbahn.

Alle Fragen beantwortet?

Charles Munger

Charles Munger. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Der inzwischen 86-Jährige und sein 93-jähriger Berkshire-Vize Charlie Munger beantwortete alle unbequemen Fragen - na ja, fast alle. Die Anlegern wirklich am Herzen liegende Frage, wer bei Berkshire Hathaway einmal die Nachfolge von Buffett antreten soll, blieb unbeantwortet. Buffett verriet nur soviel: Die Hauptanforderung sei, gut mit Geld umgehen zu können. Doch Buffett versprach: "Wir werden so jemanden haben."

bs

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