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Schimpanse und Donald Trump

Was erlaube, Buffett? Buffett: Affe besserer Investor als Trump

Stand: 02.08.2016, 15:25 Uhr

Star-Investor Warren Buffett ist sicher: Jeder Affe hätte an der Börse besser abschneiden können als Donald Trump. Doch Buffett hat nicht nur an den Business-Fähigkeiten des Republikaners etwas auszusetzen.

Am Montag trat Warren Buffett (85) auf einer Wahlkampfveranstaltung von Hillary Clinton, Kandidatin der Demokraten, auf. Und stellte dort ein Argument von Trump in Frage.

Warren Buffett

Warren Buffett. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Trump behauptet nämlich, sein geschäftlicher Erfolg qualifiziere ihn für das Amt des Präsidenten. Buffett hingegen hat daran Zweifel - zumindest, was Trumps Fähigkeiten als Investor angeht.

Trump hatte 1995 mehrere Hotels und Kasinos seines Konzerns "Trump Organization" an die Börse gebracht. Altmeister Buffett sagte dazu: "Selbst ein Affe hätte an der Börse besser abschneiden können."

Denn Trumps Unternehmen fuhren nach dem Börsengang jahrelang Verluste ein. Diejenigen, die an Trump geglaubt hätten, hätten 90 Prozent ihres Investments verloren. Hätte allerdings 1995 ein Affe "einen Pfeil auf die Aktien-Scheibe geworfen, dann hätte dieser im Schnitt 150 Prozent erzielt". Also wäre der Affe wohl die bessere Wahl gewesen.

Wie kommt Buffett auf diesen Vergleich?

Die Aussage geht auf einen Börsenmythos zurück. In einem Experiment soll ein Affe mit einem Dart-Pfeil auf den Kursteil des "Wall Street Journal" gezielt haben. Das Ergebnis: Die vom Affen "gewählten" Werte schnitten besser ab als jene, die ein Börsenprofi zusammen stellte.

Klingt völlig verrückt? Leider nein. Es gab tatsächlich einige Börsenexperimente mit Primaten. Oder mit Computern, die Affen-Gehirne simulierten - wie in einer Studie der Cass Business School.

In der Cass-Studie wählte ein Affe - beziehungsweise der Computer - aus 1.000 Werten Aktien aus. Das Ergebnis: Diese Titel schnitten meist besser ab als jene, die von einem Menschen ausgesucht wurden. Sprich: Affe schlägt (tatsächlich) Mensch.

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Glaubt man der Studie, trifft die Aussage Buffetts nicht nur auf das Können von Trump zu - sondern auf den Großteil der Menschheit. Somit ist Buffetts Aussage - streng genommen - nicht mal eine Beleidigung, sondern eine Tatsache.

Allerdings ließ Buffett keine Zweifel an seiner Antipathie gegen Trump.

Bloß nicht Trump!

Der Star-Investor versprach, alles Notwendige dafür zu tun, damit Donald Trump bei den Wahlen besiegt werde. Deshalb will Buffett die Wahlbeteiligung in seinem Bezirk steigern. Er wolle Wähler per Shuttle-Dienst zur Urne bringen, wenn sie Mobilitätsprobleme hätten.

"Ich werde mindestens zehn Leute zur Urne bringen, die sonst Schwierigkeiten hätten, dorthin zu kommen", versprach er. Hillary Clinton versprach daraufhin, sie würde - wenn sie Präsidentin wird - nach Omaha zurück kehren und mit Buffett durch die Straßen tanzen.

Zudem forderte Buffett Trump auf, seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Eigentlich ist es in den USA gang und gäbe, dass der Präsident seine Steuererklärung zur Verfügung stellt. Buffett warf Trump vor, damit zu brechen. Trump entgegnete darauf, dass die Steuerprüfung noch nicht abgeschlossen sei.

Nicht nur Buffett stinkt's

Buffett ist nicht der einzige bekannte Investor und Geschäftsmann, der gegen Trump schießt. Amazon-Chef Jeff Bezos ist ebenfalls kein Fan des Republikaners - unter anderem, weil Trump häufiger den Vorwurf äußerte, dass Amazon nicht ausreichend Steuern zahle .

Bezos teilte daraufhin mit, er werde Trump einen Platz in einer seiner Raketen reservieren.

Übrigens: Der eine Trump-Kritiker hat den anderen kürzlich im Bloomberg-Ranking der reichsten Menschen überholt. Und Amazon ist, gemessen an der Marktkapitalisierung, mittlerweile auch mehr wert als Berkshire Hathaway.

cw

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Bill Gates

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