Währung

Silhouetten von zwei Läufern

Neue Internet-Währung Mit Bitwalking laufend zu Geld kommen

Stand: 18.12.2015, 16:41 Uhr

Ein Startup aus London bietet seinen Kunden einen ungewöhnlichen Deal an: Sie laufen und kassieren dafür Geld - nämlich die virtuelle Währung "Bitwalking Dollars". Die kann man dann gegen "echte" Dollar oder bei Firmen gegen Waren eintauschen. Doch was haben die Händler davon?

Wer will das nicht: Ein paar Schritte mehr machen, seine Gesundheit entsprechend verbessern und dafür auch noch Geld kassieren? Mit der App des Londoner Startups Bitwalking funktioniert das.

Die Bitwalking Dollar, die mit jedem Schritt generiert werden, können gegen Waren eingetauscht werden. Oder gegen echte Dollar - hier gibt es allerdings ein Auszahlungslimit von drei "BW" pro Tag.

10.000 Schritte sind ein virtueller Dollar - für eine Einheit der Währung läuft man also in etwa acht Kilometer. Somit muss man täglich 24 Kilometer zurück legen, um das Auszahlungslimit zu erreichen. Eine ganz schöne Strecke.

Besonders beliebt ist die App laut der britischen BBC vor allem bei Menschen in Entwicklungsländern. Sie können sich zu ihren schmalen Gehältern so ein lohnendes Nebeneinkommen erlaufen.

Doch wie können die Handelspartner mit der App Geld machen?

Auf der Webseite von Bitwalking heißt es, dass unter anderem lokale Händler Partner des Startups sind. Die hätten durch Bitwalking den Vorteil, dass die laufenden Leuten sie eher entdecken können. Die Unternehmen werden zudem in der App angezeigt.

Es gibt allerdings noch andere Kooperationen: Laut BBC tüftelt der japanische Technologiekonzern Murata an einem Armband, das anzeigt, wie viele Bitwalking Dollar man bereits verdient hat. Das würde das Smartphone beim Laufen überflüssig machen.

Auch für Sportartikelhersteller könnte es interessant sein, bei dem Projekt mitzuwirken. Wenn die Leute mehr laufen, um Prämien zu ergattern, werden sie wahrscheinlich auch Sportkleidung dafür brauchen.

Hellhörig werden vermutlich auch Versicherer. Sie hoffen darauf, dass die Menschen schlanker, fitter und gesünder durch solche Schmankerl-Programme werden. Das erspart den Versicherern Kosten.

Auch Arbeitgeber haben grundsätzlich ein Interesse daran, dass ihre Mitarbeiter gesünder leben und leistungsfähig bleiben. Der Autobauer Toyota spornt seine Mitarbeiter beispielsweise mit Prämien und Rundmails dazu an, ihre Fitness zu erhöhen.

Und wie machen die Bitwalking-Macher ihr Geld?

Die beiden Bitwalking-Erfinder Nissan Bahar und Franky Imbesi sollen mit ihrer Idee bereits zehn Millionen Dollar eingesammelt haben. Der wahre, finanzielle Wert für die beiden Gründer liegt allerdings - wie so oft - in den Daten.

Durch Bitwalking lassen sich detaillierte Bewegungsprofile der Nutzer erstellen. Und die planen die Bitwalking-Chefs zu verkaufen, wenn auch laut eigenen Angaben anonymisiert. Das wäre für die Werbebranche - wie so oft - ein wahrer Datenschatz.

Doch noch bleibt abzuwarten, ob sich das Projekt überhaupt durchsetzen wird. Das letzte "Baby" der beiden Gründer konnte sich allerdings behaupten: Sie haben einen USB-Stick entwickelt, der an fremden PCs wie in Internet-Cafés angeschlossen werden kann und dann einen "persönlichen" Desktop anzeigt. Besonders in den Entwicklungsländern ist das Produkt beliebt.

cw