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Lukrativer Berater-Job Bernanke geht zu Pimco

Stand: 30.04.2015, 14:31 Uhr

Mit einer neuen Galionsfigur will Pimco die anhaltenden Geldabflüsse stoppen. Ex-Fed-Präsident Ben Bernanke heuert bei der Allianz-Tochter an. Der vor acht Monaten geschasste Pimco-Gründer Bill Gross spricht von einem "PR-Gag".

Einst war Ben Bernanke der mächtigste Mann der Welt - zumindest in der Geldpolitik. Seit über einem Jahr ist der 61-jährige "Helikopter-Ben" im Vorruhestand und verdient sein Geld mit Büchern und Vorträgen. Bis zu 250.000 Dollar soll er zuletzt für Redeauftritte eingestrichen haben.

Ex-Fed-Chef soll Pimco aus der Krise helfen

Nun hat Bernanke einen neuen Job: Er wird Berater bei Pimco. Er soll der zum deutschen Allianz gehörenden Fondsgesellschaft mit seiner Wirtschaftsexpertise zur Seite stehen und sich auch regelmäßig um Kunden kümmern, teilte Pimco am Mittwochabend mit. Bernanke solle dabei helfen, "unseren robusten Anlage-Prozess weiter zu verbessern", meinte Daniel Ivascyn, Chief Investment Officer bei Pimco. Der Ex-Fed-Chef solle die Strategie des Unternehmens weiterentwickeln. Angaben zu Bernankes Gehalt machte Pimco nicht.

Erst vor zwei Wochen hatte Bernanke einen Beraterjob bei dem New Yorker Hedgefonds Citadel angenommen. Nach seinem Wechsel zu Citadel sagte der Ex-Notenbanker, ihm sei bewusst, dass so etwas öffentlichen Argwohn provozieren könne. Weitere Jobs im Finanzsektor wolle er nicht antreten.

Kein Interessenkonflikt

Interessenkonflikte wegen seiner früheren Rolle als Geldpolitiker und Regulierer schließt Bernanke aus. Weder Pimco noch Citadel würden von der US-Notenbank beaufsichtigt. Auch würde er nicht als Lobbyist bei der Fed oder im US-Kongress auftreten.

Bernanke leitete die amerikanische Notenbank Federal Reserve acht Jahre lang, auch während der Immobilien- und Finanzkrise 2007/08. 2014 folgte ihm Janet Yellen an der Fed-Spitze.

Abflüsse bei Pimco-Fonds halten an

Pimco-Chef Douglas Hodge freut sich auf den neuen Top-Berater. "Wir fühlen uns geehrt", sagte er. Positive Schlagzeilen kann die Allianz-Vermögenstochter gut gebrauchen. Denn seit dem überraschenden Abgang von Bill Gross sind die Anleger in Scharen davon gelaufen. Im März zogen sie weitere 7,3 Milliarden Dollar aus dem Flaggschiff-Fonds von Pimco, dem Total Return Fund ab. Im Februar waren 8,6 Milliarden Dollar aus dem Pimco-Fonds abgeflossen. Ende des Monats verwaltete der Total Return Fund noch 117,4 Milliarden Dollar.

nb