Hohe Renditen mit Steuertricks? Carsten Maschmeyer im Zwielicht

Stand: 16.04.2014, 14:19 Uhr

Heute verhandelt der Bundesfinanzhof in einem sogenannten "Cum-Ex"-Fall. Es handelt sich um umstrittene Aktiendeals, wie sie offenbar auch die Bank Sarasin getätigt haben soll. Viele Kunden, darunter AWD-Gründer Maschmeyer, wollen deshalb wohl gegen die Bank rechtlich vorgehen – zu Recht?

Carsten Maschmeyer 1408. | Quelle: picture-alliance/dpa

Der Baseler Privatbank drohe eine regelrechte Klagewelle, berichtet das "Manager Magazin" und nennt neben Maschmeyer einen weiteren prominenten Kläger: den Drogerie-König Erwin Müller. Die Anleger würden eine Rückabwicklung ihrer Investments fordern.

Insgesamt hätten sie alle zusammen einen dreistelligen Millionenbetrag in angeblich hochrentable Fonds mit dem Titel "Sheridan" investiert. Fonds, mit denen auch so genannte "Cum-Ex"-Deals gemacht worden sein sollen.

Dabei ging es um den Kauf und Verkauf von Aktien rund um den Dividendenstichtag. An einem "Cum"-Tag wurden die Titel leer verkauft, danach um den Dividendenpreis bereinigt zurückgegeben. Der Fiskus gab dabei an zwei Geschäftsbeteiligte Steuerbescheinigungen aus, obwohl die Kapitalertragssteuer nur einmal entrichtet wurde.

Bundesfinanzhof verhandelt über halbseidene Steuertricks

Für Banken und Fonds ein einträgliches Geschäft, weil sie sich auf diese Weise mehrfach Kapitalertragssteuern erstatten lassen konnten. Erst 2012 wurde die diesbezügliche Gesetzeslücke geschlossen. Angeblich wurde der deutsche Fiskus um Milliarden geprellt.

Ob es sich dabei um eine unzulässige Steuergestaltung handelt, steht heute bei der Verhandlung vor dem Bundesfinanzhof in München im Vordergrund. Allerdings wird die Frage wegen des Steuergeheimnisses unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt. Dabei geht es um die DWH Beteiligungsgesellschaft und das Finanzamt Hamburg, auch das Bundesfinanzministerium hat sich in das Verfahren eingeschaltet.

Wurden die Sarasin-Kunden hinters Licht geführt?

Auch die Privatbank Sarasin steht wegen ihrer angeblichen "Cum-Ex"-Deals seit vergangenem Jahr in der Kritik. Maschmeyer und Müller wollen die Bank nun laut mehrerer Medien sogar wegen Betrugs und Täuschung verklagen. Doch wurden Kunden wie Maschmeyer wirklich getäuscht?

Das Magazin "Stern" kommt auf einen anderen Schluss. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Sarasin-Bank habe den Milliardär belastet, schreibt das Blatt. Der Banker habe im Rahmen eines Gerichtsverfahrens in Deutschland eine eidesstattliche Versicherung abgegeben, die dem "Stern" vorliegt. Demnach soll sich einer der Bankenvorstände persönlich um den deutschen Kunden gekümmert und ihn über das "Cum-Ex-Produkt" informiert haben. "Herr Maschmeyer verlangte von der Bank sogar eine Provision für die Vermittlung der von ihm geworbenen und betreuten Kunden Tönnies, Ferres und Slomka", zitiert der "Stern" das Dokument.

Der HSV-Trainer Mirko Slomka, die Schauspielerin Veronica Ferres und der Unternehmer und Schalke-Chef Clemens Tönnies – sie alle hatten laut "Manager Magazin" 2010 und 2011 über ihren Verlobten, Freund und Bekannten Maschmeyer in die "Sheridan"-Fonds investiert. Nachdem der Fiskus zuletzt keine Kapitalertragssteuern mehr erstatte hatte, so das Magazin weiter, habe die Bank Sarasin einen Großteil der Anlegergelder zurückbehalten.

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