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Aktivistische Investoren greifen deutsche Unternehmen an Überblick

Leuchtendes Bilfinger-Logo bei Nacht auf der Unternehmenszentrale

Bilfinger
2013 zog Jens Tischendorf für den Bilfinger-Großaktionär Cevian in den Aufsichtsrat. Zunächst ließ sich der ehemalige Chef des Baukonzerns Bernhard Walter nicht einschüchtern. Er ignorierte Tischendorfs Forderungen und Analysen und verweigerte ihm sogar das Rederecht. Ein Jahr später musste Walter auf Druck von Cevian seinen Posten räumen - und wurde durch Eckhard Cordes, ersetzt, ehemals Metro-Chef und inzwischen Partner bei Cevian.

Aktivistische Investoren greifen deutsche Unternehmen an Überblick

Leuchtendes Bilfinger-Logo bei Nacht auf der Unternehmenszentrale

Bilfinger
2013 zog Jens Tischendorf für den Bilfinger-Großaktionär Cevian in den Aufsichtsrat. Zunächst ließ sich der ehemalige Chef des Baukonzerns Bernhard Walter nicht einschüchtern. Er ignorierte Tischendorfs Forderungen und Analysen und verweigerte ihm sogar das Rederecht. Ein Jahr später musste Walter auf Druck von Cevian seinen Posten räumen - und wurde durch Eckhard Cordes, ersetzt, ehemals Metro-Chef und inzwischen Partner bei Cevian.

Stada-Schriftzug vor der Unternehmenszentrale in Bad Vilbel, Hessen

Stada
Der bis dahin weitgehend unbekannte Aktivist AOC sicherte sich im Frühjahr 2016 mehr als fünf Prozent der Stada-Aktien und drängte in den Folgemonaten den langjährigen Vorstandschef Hartmut Retzlaff aus dem Amt. Darüber hinaus setzte AOC einen eigenen Kandidaten für den Aufsichtsrat durch und machte mit der Abschaffung der vinkulierten Aktien, die einen Kauf des Unternehmens bis dahin erschwerten, den Weg für die spätere Übernahme durch die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven frei.

Beim Übernahmepoker um den hessischen Pharmakonzern stieg dann wiederum Elliott ein. Der Fonds bereitete Bain und Cinven mächtig Probleme. Die Strategie: Als sich die Übernahme ankündigte, deckte Paul Singers Hedgefonds sich noch rasch mit rund 15 Prozent der Stada-Aktien ein. Auf die waren Bain und Cinven allerdings angewiesen, um den Kauf abzuschließen. Über Monate drängte Elliott auf einen höheren Preis für seine Anteile - mit Erfolg. Singer strich am Ende über 76 Millionen Euro mehr ein als beim alten Preis.

Zentrale der Bayer AG in Leverkusen

Bayer
Auch das Bayer-Management bekommt Druck von einem unbequemen aktivistischen Investor. Der auch dort eingestiegene US-Hedgefonds Elliott von Paul Singer will den Dax-Konzern in zwei Bereiche - Pharma und Agrarchemie - aufspalten. Elliott ist seit rund einem Jahr bei Bayer investiert, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Zur Höhe der Beteiligung äußerten sich die Insider nicht.

Zentrale der Gea Group in Düsseldorf

Gea
Im Herbst 2017 kaufte sich der US-Fonds Elliott mit rund drei Prozent der Aktien bei Gea ein. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete damals, Elliott wolle die Marge des Anlagenbauers erhöhen und dafür Reformen in bestimmten Unternehmensbereichen umsetzen.
Rund fünf Monate später, im März 2018, kündigte der MDax-Konzern dann an, dass sein langjähriger Chef Jürg Oleas für eine Verlängerung seiner Amtszeit nicht zur Verfügung stehe. Geplant sei, dass Oleas bereits zur Hauptversammlung im April 2019 aus dem Vorstand ausscheide.

Thyssenkrupp Quartier

Thyssenkrupp
Der schwedische Fonds Cevian ist seit mittlerweile fünf Jahren Aktionär bei Thyssenkrupp. Derzeit hat der Fonds fast 17 Prozent seiner Mittel, also 2,2 Milliarden Euro, beim Essener Industriekonzern angelegt. Nach der Krupp-Stiftung ist er mit 18 Prozent der größte Eigner und hat damit durchaus Gewicht. 2018 hatte Cevian bereits nach Jahren vergeblichen Drängens eine Aufspaltung des gebeutelten Mischkonzerns erreicht. Auch zuletzt sorgte der schwedische Investor immer mal wieder für Unruhe und Personalfragen beim Dax-Konzern.

Mehr dazu: Dax-Konzern im Würgegriff aktivistischer Investoren