Alte Festplatte mit Bitcoin als Datenträger

Bitcoin kurios 100 Millionen Dollar im Müll

Stand: 07.12.2017, 11:11 Uhr

Nicht immer war der Bitcoin so gefragt wie aktuell. "Vergessene" Bitcoins landeten in Wales sogar auf dem Müll. Der verzweifelte Besitzer ist angeblich auf der Suche.

Wer kennt es nicht, das mulmige Gefühl, wenn die Brieftasche nicht mehr da steckt, wo sie immer steckt? Der Waliser James Howell dürfte dieses Gefühl derzeit ganz besonders haben, wenn auch etwas anders - wenn seine kuriose Geschichte wahr ist. Denn den Gegenwert von über 100 Millionen Dollar trägt schließlich niemand mal so eben mit sich herum.

Auf dem Müll gelandet

Trotzdem dürfte der Mann aus dem walisischen Newport mehr als ausgesorgt haben - wenn er denn die alte Festplatte seines kaputten Laptops noch hätte. Auf dieser hatte der Bitcoin-Pionier schon seit dem Jahr 2009 nach eigenen Angaben immerhin 7.500 Bitcoins geschürft. Nach heutigen Maßstäben ein Vermögen mit einem unglaublichen Gegenwert von über 100 Millionen Dollar. Der verlorene Lottoschein mutet da eher als Bagatellschaden an.

Die Festplatte hatte Howell entsorgt, nachdem sein alter Laptop kaputt gegangen war. Dessen Einzelteile hatte er verkauft und die Festplatte, auf der die Bitcoins waren, zunächst einfach in eine Schublade gelegt.

Denn dass der Bitcoin eine große Zukunft haben würde, davon war der IT-Fachmann schon frühzeitig überzeugt. Aber Howell warf die Festplatte angeblich trotzdem einfach weg, als ein Getränk darüber umgeschüttet wurde. Er hatte seine geschürften Bitcoins schlichtweg vergessen.

Seit Jahren auf der Suche

Seit 2013, als der Wert bereits bei über fünf Millionen Dollar lag, sucht er nun auf der Müllkippe nach seinem Schatz. Und das will er auch weiter tun, wie er jetzt gegenüber der österreichischen Webseite "derStandard.at" bekannt gab.

Festplatte mit Bitcoin

Festplatte. | Bildquelle: picture alliance / Ulrich Baumgarten

Allerdings geht dies nur mit dem Segen der Stadt Newport - und ob er den bekommt, ist unklar. Aber je stärker der Kurs derzeit anzieht, desto wohlwollender dürften die Stadtväter die Suche in den meterhohen Müllhalden wohl beurteilen, so die Rechnung des Pechvogels. Immerhin, er sitze nicht heulend herum, erzählte er jetzt der Zeitung "Telegraph". Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Bitcoin über 14.000 Dollar

Die Zähigkeit des James Howell dürfte durch den derzeitigen Goldgräberrausch um den Bitcoin neuen Schub erhalten. Es vergeht derzeit kein Tag, an dem die Kryptowährung nicht neue Höhen erreicht. Gerade wurde die Marke von 14.000 Dollar durchbrochen. Angeheizt wird die Rally derzeit auch dadurch, dass es in den USA schon bald einen Future auf den Bitcoin geben wird. Ob die Kurseinbahnstraße dann aber weitergeht? Schließlich kann man mit einem Future bekanntlich auch auf fallende Kurse setzen.

rm

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Goldman Sachs
Vom kometenhaften Aufstieg des Bitcoins dürften sich selbst die cyber-affinen Experten der US-Investmentbank Goldman Sachs überrollt fühlen. Sie hatten zur Jahresmitte einst geweissagt, der Bitcoin-Kurs sei bei 8.000 Dollar gedeckelt. Der Deckel ist längst weggeflogen.