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Wenn die Bilanzpolizei rügt Veröffentlichte Bilanzfehler

Polizei-Stoppschild vor Konzerthintergrund

Deag
2015 wollte die Deutsche Entertainment AG mit neuen Festivals den etablierten Spektakeln "Rock am Ring" und "Rock im Park" von Marek Lieberberg Konkurrenz machen. Doch zunächst platzte die "Grüne Hölle" am Ring und musste nach Gelsenkirchen verlegt werden. Zum dortigen "Rock im Revier" strömten deutlich weniger Besucher als erhofft. Ähnlich erging es der Deag mit der "Rockavaria" in München. Das neue Festival floppte.

Der Ausflug in die deutsche Festivalszene hat ein Nachspiel für die Deag. Die DPR monierte, dass die Risiken aus den Festivals nicht ausreichend deutlich gemacht wurden. Im Geschäftsbericht 2014 sei noch über sehr gute Vorverkäufe für die neuen Rockfestivals berichtet worden. Dabei sei rund einen Monat vor Beginn der Festivals noch nicht einmal die Hälfte der fix vereinbarten Kosten durch Ticketverkäufe gedeckt gewesen, zitiert die "Wirtschaftswoche" die Bilanzhüter.

Wenn die Bilanzpolizei rügt Veröffentlichte Bilanzfehler

Polizei-Stoppschild vor Konzerthintergrund

Deag
2015 wollte die Deutsche Entertainment AG mit neuen Festivals den etablierten Spektakeln "Rock am Ring" und "Rock im Park" von Marek Lieberberg Konkurrenz machen. Doch zunächst platzte die "Grüne Hölle" am Ring und musste nach Gelsenkirchen verlegt werden. Zum dortigen "Rock im Revier" strömten deutlich weniger Besucher als erhofft. Ähnlich erging es der Deag mit der "Rockavaria" in München. Das neue Festival floppte.

Der Ausflug in die deutsche Festivalszene hat ein Nachspiel für die Deag. Die DPR monierte, dass die Risiken aus den Festivals nicht ausreichend deutlich gemacht wurden. Im Geschäftsbericht 2014 sei noch über sehr gute Vorverkäufe für die neuen Rockfestivals berichtet worden. Dabei sei rund einen Monat vor Beginn der Festivals noch nicht einmal die Hälfte der fix vereinbarten Kosten durch Ticketverkäufe gedeckt gewesen, zitiert die "Wirtschaftswoche" die Bilanzhüter.

QSC-Zentrale in Köln

QSC
Die DPR hatte festgestellt, dass der Konzernabschluss der QSC AG zum Abschlussstichtag 31.12.2014 fehlerhaft sei. Im Konzernabschluss würden aktive latente Steuern auf Verlustvorträge und damit das Jahresergebnis zu hoch ausgewiesen, teilte QSC am 17.2.2017 im Bundesanzeiger mit. Bei stetiger Anwendung des Vorjahresplanungshorizonts hätte sich ein um in Höhe von circa 11,6 Millionen Euro niedrigeres Jahresergebnis ergeben, heißt es.

SKW-Stickstoff-Industrieanlage

SKW
Die DPR hatte festgestellt, dass der Konzernabschluss zum Abschlussstichtag 31.12.2013 und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2013 der SKW Stahl-Metallurgie Holding AG fehlerhaft seien. Die SKW teilte am 9.9.2016 im Bundesanzeiger unter anderem mit, dass das Eigenkapital und die aktiven latenten Steuern in der Konzernbilanz 5,1 Millionen Euro zu hoch und der Konzernjahresfehlbetrag um 5,1 Millionen Euro zu niedrig ausgewiesen seien.

Türme der Deutschen Bank vor dunklem Himmel

Deutsche Bank
Die DPR hatte festgestellt, dass der Konzernabschluss der Deutschen Bank zum Abschlussstichtag 31.12.2012 und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2012 fehlerhaft seien: Weder im Konzernanhang noch im Konzernlagebericht der Deutsche Bank AG würden das Ausmaß von nicht unwahrscheinlichen Ressourcenabflüssen aus Rechtsstreitigkeiten und der Einfluss der Rechtsrisiken auf die Ertrags- und Vermögenslage hinreichend deutlich, hatte die Bank am 11.11 2015 mitgeteilt.

BayWa-Tankfahrzeug fährt an einem Sonnenblumenfeld vorbei

BayWa
Der Konzernabschluss der BayWa AG zum Abschlussstichtag 31.12.2013 und der Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2013 seien fehlerhaft, hatte die DPR festgestellt.  

Im Konzernabschluss der BayWa AG seien unter anderem im Rahmen einer Sale and Lease back Transaktion eines Immobilienportfolios mit 80 Einzelobjekten die Stillhalterposition des Leasingnehmers (BayWa) bei der Beurteilung von Mietverlängerungsoptionen des Leasinggebers entgegen IAS 17.4 i.V.m. IAS 17.10 (c) nicht bei der Ermittlung der Laufzeit des Leasingverhältnisses sowie nicht in den Mindestleasingzahlungen entsprechend IAS 17.10 (d) berücksichtigt worden, teilte Baywa im Bundesanzeiger am 19.2.2016 mit. Unter Einbeziehung der längeren Laufzeiten seien die Leasingverhältnisse als Finanzierungsleasing i.S.d. IAS 17.4 einzustufen.

In der Konsequenz seien die Vermögenswerte und Schulden in der Konzernbilanz jeweils um rund 235 Millionen Euro zu niedrig ausgewiesen. Das Eigenkapital und der Konzernüberschuss seien um den realisierten Veräußerungsgewinn vor Steuern in Höhe von etwa Euro 90 Millionen Euro gemäß IAS 17.59 zu hoch ausgewiesen.

Sonnenuntergang hinter Strommasten

Phoenix Solar
Bei Phoenix Solar hatte die DPR festgestellt, dass der Konzernabschluss von Phoenix Solar zum Stichtag 31. Dezember 2014 fehlerhaft sei. Der Konzernabschluss beinhalte zwei verschiedene Gewinn- und Verlustrechnungen, beide als „nach IFRS“ bezeichnet, teilte der Konzern am 30.5.2016 im Bundesanzeiger mit. Die eine Gewinn- und Verlustrechnung beinhalte einen gesonderten Ausweis von Ergebnissen aus fortgeführten und nicht fortgeführten Aktivitäten nach Steuern (IFRS 5), die andere Gewinn- und Verlustrechnung umfasst keinen gesonderten IFRS 5 Ausweis. Im Konzernanhang werde das Ergebnis aus nicht fortgeführten Aktivitäten in der Segmentberichterstattung und in einer gesonderten Angabe zu IFRS 5 ergänzend erläutert. Aufgrund zweier Gewinn- und Verlustrechnungen sei die IFRS-Ertragslage des Unternehmens nicht klar erkennbar und damit irreführend. Dies verstoße gegen IAS 1.10 (b) und IAS 1.15.

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