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Direktinvestment in Wald und Forst Solides Holz, unsolides Investment

Stand: 14.06.2013, 17:30 Uhr

Holzauge, sei wachsam!

Ein Indiz, dass es sich bei einem Anbieter um eines der wenigen weiße Schafe unter vielen schwarzen handelt, könnte ein Geschäftsbericht mit Gewinn-und-Verlust-Rechnung sein, der zeigt, wie gut die Anbieter wirtschaften. Martin Gerth rät in seinem Buch: "Die Geldverbesserer: Grüne Investments – das Prinzip des doppelten Gewinns", auf eine Leistungsbilanz zu achten, wo Anbieter Rechenschaft ablegen, ob sie sie ihre Vorgaben eingehalten haben.

Forst Wald Holz Investment Buche Herz geschnitzt Liebe Baum 1408. | Quelle: colourbox

Drum prüfe, wer sich 20 Jahre bindet!

Zudem sollte ein Prospekt politische, steuerliche und unternehmerische Risiken darlegen und in die Ertragsprognosen einfließen lassen. Kosten und Finanzflüsse sollten transparent dargelegt sein. Ganz besonders wichtig ist die Haftungsfrage. "Anleger sollten nur bis zu ihrer Kapitaleinlage haften müssen", so Gerth. Nicht dass am Ende das Geld futsch ist und der Anleger noch Geld nachschießen muss.

Sicherheit Grundbesitz

Jedes Investment ist ein wenig anders ausgestaltet. Manchmal erwirbt der Geldanleger die Grundstücks-Parzelle, auf der die Bäume stehen. Das gibt eine gewisse Absicherung.

Manchmal kauft er aber nur den Baum und nicht das Land. Dann hat der Anleger nicht die Sicherheit des Grundbucheintrags und profitiert auch nicht von einer möglichen Wertsteigerung des Landes. Es hat sicher einen gewissen Charme, das jeder Baum individuell dem einzelnen Kunden zugeordnet wird, aber es überblendet das Risiko: Wenn dieser eine Baum abstirbt, hat der Investor Pech.

Ratings? Trügerische Sicherheit

Ratings können über die Bonität des Holz-Investment-Anbieters Aufschluss geben. Aber auch sie sind mit Vorsicht zu genießen. Schließlich beurteilen sie nur das bisherige Zahlungsverhalten. Junge Unternehmungen, die erst nach 20 Jahren das Geld zurückzahlen, hatten daher noch keinen größeren Auszahlungstermin an die Anleger.

Zudem gibt es bisweilen Zweifel an der Unabhängigkeit mancher Analyseinstitute – bisweilen wird die Analyse vom beurteilten Unternehmen selbst bezahlt oder es gibt anderweitige Möglichkeiten, dass Gelder fließen. Mancher Dienst lässt sich zum Beispiel dafür bezahlen, dass mit dem Rating oder einem Siegel geworben werden kann.

Auch Seriöse können baden gehen

Selbst wenn man einen seriösen Anbieter erwischt: Das Modell Direkt-Investment bleibt hochriskant. Auch seriöse Unternehmen haben zu kämpfen, können mit Plantagen Pech haben, übers Ohr gehauen werden oder schlicht ungeschickt wirtschaften. Anleger sollten es sich daher wirklich genau überlegen, ob ein  Direkt-Investment in Holz das Richtige ist.

Wir haben einige Direkt-Investments herausgegriffen und beschrieben in unserer Galerie: "Holz, wohin man schaut". Manches wirkt schon auf den ersten Blick unseriös, so dass kein zweiter Blick nötig und weitere Analysen nicht der Mühe wert sind. Mancher Anbieter mag zwar seriös sein, birgt aber dennoch hohe Risiken. Der Leser muss sich selbst ein Bild machen.

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Holz, wohin man schaut Einige Anbieter von Direktinvestments

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