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Direktinvestment in Wald und Forst Solides Holz, unsolides Investment

Stand: 14.06.2013, 17:30 Uhr

Kleinanleger auf dem Holzweg

Auf dem Markt für Direkt-Investments tummeln sich etliche schwarze Schafe, denen es bei ihren Holz-Investments vor allen darum geht, viel in die eigene Tasche zu wirtschaften, sei es über Provisionen, Gebühren oder versteckte Pflanz- und Pflegekosten, überteuerte Preise beim Einstieg – der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Forst Wald Holz Investment Teak Stämme Myanmar Birma Asien 1408. | Quelle: picture-alliance/dpa

Von 100 Euro des Anlegers werden höchsten 70 Euro investiert, schätzen Branchenkenner. Mindestens 30 Euro fließen also ab, ein Großteil davon in die Werbung, um viele neue Anleger zu locken, 8 bis 10 Euro bekommt der Vermittler, auch der Initiator des Investment-Vehikels beansprucht seinen Teil. Der Trick ist: Viele Anbieter machen ihre Finanzen nach außen nicht transparent, so dass die Vorgänge für den Investor nicht nachvollziehbar sind. Gern werden die Abzüge für Bewirtschaftung und Verwaltung auch prozentual vom späteren Verkaufspreis und nicht von der Anlagesumme berechnet. Das verzerrt den Blick auf die tatsächlichen Prozente. Ein Rechenbeispiel gefällig?

Angenommen man investiert 36.300 Euro in 1.100 Teakbäume, wie ein Anbieter vorrechnet, das könnte am Ende 170.000 Euro bringen. Davon würden 15 Prozent für die Bewirtschaftungen abgezogen: fast 29.000 Euro. Bezogen auf die Anlagesumme sind das: stolze 80 Prozent.

Darüber hinhaus gibt es viele Möglichkeiten zu mogeln. Zum Beispiel bei den Angaben, wie viele Bäume pro Hektar gepflanzt werden. Oder es wird mit überzogen Wachstumsprognosen zur Branche gelockt. Vor allem Edelhölzern werden überhöhte Gewinnaussichten bescheinigt. Dabei unterschlagen die gewitzten Verkäufer gern, dass es beim wertvollen Teakholz bisweilen heftige Preisstürze gibt. Gern auch, dass Teak in Naturwäldern besser wächst als die Plantagenbäume. Die Qualität der gepflanzten Bäume reicht oft nicht an die der natürlich gewachsenen Bäume heran – und erzielt deshalb auch längst nicht die anvisierten Höchstpreise.

Zwischen Spreu und Weizen

Wer trotz der hohen Risiken eines Holz-Investments es dennoch versuchen will: Wie unterscheidet man die Guten von den Bösen? Das ist gar nicht so leicht bis unmöglich. Wer etwas zu verbergen hat, tut schließlich einiges dafür, dass es so bleibt. Beweise für unlauteres Verhalten zu finden ist daher schwer. Pauschal kann man nach dem Studieren der vielen Angebote aber sagen: Je mehr Rendite versprochen wird, desto unseriöser. Und: Je mehr die Risiken heruntergespielt werden, umso hellhöriger sollte man werden.

Das Problem bei Direktinvestitionen ist: Es gibt de facto keinen Anlegerschutz, diese Anlageformen unterliegen nicht der Finanzaufsicht BaFin. Anders als bei der Zulassung eines Fonds muss zum Beispiel kein Prospekt bei der Behörde eingereicht werden.

Schweizer Geflechte

Ein Beispiel in der nahen Vergangenheit war der Anbieter Prime Forestry, ein Schweizer Anbieter. Dort ging nicht alles ganz sauber zu, für Teakplantagen in Panama eingesammelte Gelder versickerten, die Firma ging schließlich pleite, Anleger schlitterten nur knapp am Totalverlust vorbei.

Einige der damaligen Akteure bleiben der Branche und dem Land treu. Sie bieten heute auch wieder von der Schweiz aus Holz-Direktinvestments in Übersee an.

Wen das alles noch nicht abgeschreckt hat, der sollte unbedingt einige Vorsichtsregeln einhalten! Lesen Sie in Teil 3, worauf man bei Direkt-Investments achten sollte.