Schriftzug am Eingang der BaFin in Bonn

Auf Snowdens Spuren Mehr Whistleblower für die BaFin

Stand: 22.03.2017, 16:05 Uhr

Die 2016 einführte Whistleblower-Stelle der Finanzaufsicht BaFin erfreut sich großer Beliebtheit. In den ersten Monaten 2017 gab es fast so viele Meldungen wie im kompletten Jahr 2016.

100 anonyme Hinweisgeber, sogenannte Whistleblower, meldeten sich allein im Januar und Februar bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, kurz BaFin. 2016 waren es nur insgesamt 124 Informanten die sich bei der BaFin meldeten.

Die deutliche Steigerung führt die Behörde auf das Anfang des Jahres eingeführte elektronische Postfach zurück. Dadurch soll die anonyme Kommunikation mit den vermeintlichen Whistleblowern deutlich vereinfacht worden sein.

Zinsmanipulation, Geldwäsche und mehr

Die Delikte, zu denen sich die Whistleblower melden, umfassen ein Spektrum von Zinsmanipulation über die falsche Beratung der Kunden bis hin zur Geldwäsche.

Von den 124 eingegangenen Meldungen 2016 betrifft die Hälfte mutmaßliche Verstöße von beaufsichtigten Instituten. Ein Drittel der Hinweise bezog sich auf unerlaubte Geschäfte. Fünf Meldungen betrafen Beschwerden, die dem Verbraucherschutz zugeordnet wurden. Die restlichen Meldungen waren Sachverhalte, für welche die BaFin nicht verantwortlich sei.

Gewissen entlasten ohne Risiko des Jobverlusts

Mittlerweile bieten viele Banken selbst interne Stellen an, an die sich Mitarbeiter wenden können, wenn sie das Gefühl haben, dass gegen Gesetze verstoßen wird. Viele Mitarbeiter fürchten diesen Schritt allerdings aus Angst, dass diese Meldung intern doch zurückverfolgt werden könne und es zu Konsequenzen am Arbeitsplatz komme.

fe