Wolfgang Wilhelm Reich 2005 als Degenfechter

Kremlin-Vorstand gibt "beabsichtigten Rücktritt" bekannt Es knirscht im Reich-Imperium

Stand: 10.05.2019, 10:40 Uhr

Nachdem in dieser Woche die Staatsanwaltschaft München II Büroräume einiger Gesellschaften der Unternehmensgruppe um Wolfgang Wilhelm Reich durchsucht hat, nun der nächste Aufreger: Der Vorstand der Kremlin AG hat seinen baldigen Rücktritt bekannt gegeben.

Der Vorstand, laut der Internetseite der Firma namentlich Aniko Köpf, habe am Donnerstag dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Wilhelm Reich "seinen beabsichtigten Rücktritt" mitgeteilt, schrieb die Kremlin AG in einer Pressemeldung. Einen Grund gab das Unternehmen nicht an.

In dieser Woche teilten drei Unternehmen der Gruppe mit, dass in Abwesenheit der Vorstände ihre Büroräume durchsucht sowie Unterlagen beschlagnahmt worden seien. Sowohl die Beteiligungen im Baltikum AG, die Konsortium AG als auch die Kremlin AG standen dabei im Fokus.

Die Staatsanwaltschaft München II bestätigte gegenüber boerse.ARD.de, die Durchsuchungen veranlasst zu haben. Auch weitere Gesellschaften der Reich-Gruppe seien von den Ermittlungen betroffen. Der Tatvorwurf laute "Untreue zum Nachteil der Karwendelbahn AG".

Darlehen von der Seilbahn?

Nach Informationen der Nachrichtenseite "Merkur.de" soll sich Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Wilhelm Reich möglicherweise von der Seilbahn ein Darlehen zwischen 150.000 und 300.000 Euro haben geben lassen. Demnach soll die Rückzahlung mit 10.000 Euro in bar und Arbeitsleistung - 100 Euro die Stunde - erfolgen.

Zusätzlich bekam die Kremlin AG in dieser Woche Post von der Finanzaufsichtsbehörde BaFin. Darin sei der Verdacht ausgesprochen worden, das Unternehmen habe in mehreren Fällen gegen Finanzberichterstattungspflichten verstoßen sowie Insiderinformationen nicht rechtzeitig oder vollständig veröffentlicht. Das Unternehmen werde nun "mögliche Schritte zu einem Delisting konkret verfolgen".

tb