SdK-Schwarzbuch Börse

Neues "Schwarzbuch Börse" der SdK Das sind die größten Wertvernichter

Stand: 20.12.2018, 12:00 Uhr

Auch in diesem Jahr listet die SdK in ihrem "Schwarzbuch Börse" wieder die Skandale, Missstände und Pleiten am Kapitalmarkt auf. Die anschauliche Sammlung von Negativbeispielen reicht von der P&R-Gruppe bis zur E-Commerce-Firma Windeln.de. Aber auch die Banken sind ins Visier der Anlegerschützer geraten.

Während die Aktien der US-Banken heute drei bis vier Mal so viel wert sind wie 2008, dem Jahr der Lehman-Pleite, sind die Papiere des deutschen Branchenprimus auf ein neues Tief gefallen. So ist die Aktie der Deutschen Bank in diesem Jahr unter 8,00 Euro gerutscht - noch nie seit der Gründung des Dax im Jahr 1988 kostete sie weniger. Während der Finanzkrise lag das Tief bei 13,07 Euro.

Aber auch Commerzbank-Aktionäre hatten im Börsenjahr 2018 nichts zu lachen. Der Aktienkurs hatte sich 2017 noch kräftig erholt und war von 7,25 Euro auf fast 14 Euro bis zum Jahresanfang 2018 gestiegen. Doch damit hatte die Coba-Aktie gerade einmal das Tief während der Finanzkrise von 13,55 Euro wieder erreicht. Und Ende dieses Jahres notiert sie nur noch knapp über 6,00 Euro.

Selbst die Danske Bank steht noch besser da

Wie schlimm es um die beiden deutschen Banken steht, zeigt die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) in einem Vergleich mit der Danske Bank auf, dem dänischen Spitzeninstitut. Das Haus ist in einen Geldwäscheskandal verwickelt und hat seit Jahresbeginn 40 Prozent an Wert eingebüßt. "Aber, und da können den Anlegern von Deutscher Bank und Commerzbank wieder nur die Tränen kommen, damit notiert sie immer noch viermal so hoch wie im Tief während der Finanzkrise."

Auf 38 Seiten stellt die SdK die Schattenseiten des Börsenjahres 2018 vor. Im Mittelpunkt stehen vor allem Unternehmen, die mit Gewinnwarnungen, dubiosen Bilanztricks oder Machtkämpfen Anleger geschädigt haben.

Lange Liste von Pleiten und krimineller Energie

Besonders skandalös gilt der Fall der inzwischen insolventen Schiffscontainerfirma P&R. Über 50.000 Anleger hätten über Generationen hinweg hohe Summen in die Gruppe investiert und stünden jetzt vor einem Scherbenhaufen, moniert die SdK. Einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten zufolge war das Geschäftsmodell von P&R nicht tragfähig und musste in ein klassisches Schneeballsystem münden. Deshalb seien die Aussichten für Anleger im Insolvenzverfahren auch "düster". P&R hatte deutlich weniger Container im Bestand, als an die Anleger verkauft worden waren.

Nicht nur mit kriminellen Geschäftsmodellen erlitten die Anleger hohe Verluste. Auch die Papiere real existierender Firmen wie des Reifenanbieters Delticom, der Möbelkette Steinhoff oder der Restaurantkette Vapiano haben sich als Wertvernichter erwiesen. Insgesamt berichtet das "Schwarzbuch Börse" über zahlreiche börsennotierte Firmen, die durch zweifelhafte Geschäftspraktiken, Missmanagement oder Betrug Millionenvermögen vernichtet haben. Die Liste reicht von ASmallWorld über Royalbeach bis ZhongDe Waste Technologies.

lg

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Die Geldvernichter an der Börse Chartserie: Von Beate Uhse bis Vapiano

<strong>Royalbeach</strong><br/>Ganz besonders schlimm traf es Anleger, die eine Anleihe des bayrischen Spielzeuganbieters Royalbeach GmbH gekauft hatten. Sie stehen vor einem Totalverlust. Der Bond mit Laufzeit bis 2020 sollte zur Ablösung eines anderen Bonds und zur Finanzierung weiteren Wachstums dienen. Aber die Emission floppte, Royalbeach sammelte gerade einmal drei Millionen Euro ein - und musste schließlich Insolvenz anmelden. Anleger werden nach Einschätzuung der SdK voraussichtlich nur einen minimalen Teil ihrer Investition wiedersehen.: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

Royalbeach
Ganz besonders schlimm traf es Anleger, die eine Anleihe des bayrischen Spielzeuganbieters Royalbeach GmbH gekauft hatten. Sie stehen vor einem Totalverlust. Der Bond mit Laufzeit bis 2020 sollte zur Ablösung eines anderen Bonds und zur Finanzierung weiteren Wachstums dienen. Aber die Emission floppte, Royalbeach sammelte gerade einmal drei Millionen Euro ein - und musste schließlich Insolvenz anmelden. Anleger werden nach Einschätzuung der SdK voraussichtlich nur einen minimalen Teil ihrer Investition wiedersehen.