Warren Buffett

Tipps vom Milliardär Was Warren Buffett Ihren Kindern und Enkeln rät

Stand: 09.04.2020, 15:20 Uhr

Zu Ostern verschenken Eltern und Großeltern gerne auch Geld an ihre Kinder und Enkel. Doch dabei machen sie oft einen Fehler – sie reden zu spät mit ihren Sprösslingen über Finanzen, findet der legendäre Investor Warren Buffett und gibt entsprechende Tipps.

Wenn es um das Thema Geld geht, ist der inzwischen 89 Jahre alte Investor nie um einen Ratschlag verlegen. Von seinem Vater habe er gelernt, wie wichtig es ist so früh wie möglich mit Kindern über den richtigen Umgang mit Finanzen zu reden. "Viele Eltern machen den Fehler, damit bis zum Teenager-Alter zu warten, dabei wären sie gut beraten, den Kindern bereits im Vorschulalter das Thema nahe zu bringen", sagte Buffett in einem Interview mit seinem Lieblingssender CNBC.

Inzwischen, so Buffett, habe eine Studie der Universität Cambridge ergeben, dass 80 Prozent des menschlichen Gehirns bei Vollendung des dritten Lebensjahres bereits ausgebildet sei. So seien drei- bis vierjährige Kinder in der Lage, die Grundrechenarten zu verstehen. Und im Alter von sieben Jahren sei bei vielen Kindern absehbar, welches Verhältnis sie zum Thema Geld entwickeln würden.

Es mangelt an der Umsetzung

Zwar hätten viele Eltern das Problem erkannt, doch nur vier Prozent von ihnen würden tatsächlich mit ihren Kindern bereits vor dem fünften Lebensjahr über das Thema Geld reden. 30 Prozent würden damit warten, bis ihre Kinder 15 Jahre oder älter sind. 14 Prozent der Eltern würden sogar nie mit ihren Kindern über Geld reden, sagte Buffett und berief sich dabei auf eine Studie der Investmentgesellschaft T.Rowe Price aus dem Jahr 2018.

Dabei denkt der Milliardär natürlich auch an seine eigene Biographie. Der kleine Warren war sechs, als er seine Karriere mit dem Verkauf von Cola-Dosen begann. Er erstand ein Six-Pack der süßen Brause zu 25 Cent und verkaufte anschließend jede Dose zu 5 Cent. So hatte er am Ende 5 Cent Gewinn gemacht.

Erste Steuererklärung mit 13

"Schon als Kind hatte Buffett nur ein Ziel, den alles beherrschenden Wunsch, sehr, sehr reich zu werden", behauptet sein Biograf Roger Lowenstein. Tatsächlich soll Buffett mit zehn die meisten Kapitalanlage-Bücher in der Stadtbibliothek von Omaha bereits zweimal gelesen haben. Außerdem trug er Zeitungen aus und verkaufte gebrauchte Golfbälle.

Seine erste Steuererklärung machte er mit 13 - und schrieb darin sein Fahrrad im Wert von 35 Dollar als Betriebsausgabe ab. Stets sparte er eisern und lebte bescheiden. Die Tugend des Sparens habe er auch seinen Kindern beigebracht, versichert Buffett, ganz nach dem Motto: Ein gesparter Penny ist ein verdienter Penny ("a penny saved is a penny earned").

Nicht gleich aufgeben

Dazu sei es wichtig, dass die Kinder frühzeitig zwischen "wollen" und "brauchen" unterscheiden lernen. Bei jeder Anschaffung, jedem Wunsch sollten die Kinder gefragt werden, ob sie es tatsächlich brauchen oder nicht. Und wenn ja, ob sie es kaufen oder doch besser ausleihen sollten. Dazu seien zwei Gelddosen hilfreich, eine zum Sparen, eine andere zum Geld ausgeben, um besser die unterschiedlichen Folgen zu sehen.

Zudem sei es wichtig, dass Kinder lernen nicht gleich aufzugeben, wenn manche Dinge nicht auf Anhieb klappen. Vielmehr sollten sie darauf trainiert werden, flexibel zu denken, und verschiedene Lösungsansätze und Wege zu entwickeln, um ein Ziel zu erreichen. Dazu empfiehlt Buffett Museumsbesuche. Dort könnten sie sehen, wie unterschiedlich die Maler ein und dasselbe Objekt dargestellt hätten.

Angebote vergleichen

Auch sollten Eltern den Kindern den Unterschied zwischen dem Preis für eine Ware und dem fairen Wert beibringen. Dabei müssten sie verstehen, wie es vielen Firmen mit Hilfe von geschickten Werbeanzeigen gelinge, Waren zu überhöhten Preisen zu verkaufen. Eltern sollten sich zu diesem Zweck die Angebote von verschiedenen Supermärkten anschauen und miteinander vergleichen. So lernten die Kinder, welch unterschiedliche Preise es für ein und dasselbe Produkt gebe.

Mit dieser Denke und natürlich viel Glück hat es Buffett zu einem reichsten Männer der Welt gebracht. Einen Großteil seines zuletzt auf 73 Milliarden Dollar geschätztes Vermögens will er aber der Bill & Melinda Gates-Stiftung vermachen. Jeweils eine Milliarde Dollar sollen an die Stiftungen seiner drei Kinder gehen. Seine Tochter Susan Alice Buffett ist Vorsitzende gleich dreier milliardenschwerer Stiftungen.

Auch ihre beiden Brüder haben eigene Stiftungen. Peter Buffett, der jüngste Sproß des "Orakels von Omaha", will mit seiner NoVo Foundation die Welt verändern. Von einer Welt der Dominanz und Ausbeutung hin zu einer der Zusammenarbeit und Partnerschaft. Howard Graham Buffett, das mittlere Kind des Milliardärs, hat eine große Leidenschaft für Landwirtschaft, betreibt eine eigene Farm in Illinois und hat mehrere Bücher zu Umweltthemen geschrieben.

lg