Riester-Banksparpläne

Riester-Banksparpläne Schlicht, transparent und kostengünstig

Stand: 16.08.2013, 11:05 Uhr

Ein Riester-Vertrag als Banksparplan hat im Vergleich zu den Versicherungs- und Fonds-Varianten fast Seltenheitswert. Zu Unrecht, denn die Sparpläne sind konkurrenzlos einfach aufgebaut und punkten mit niedrigen Kosten in der Ansparphase.

Sparstrumpf mit Einhunderteuronoten und Münzen

Sparstrumpf sparen Sparkonto. | Quelle: picture-alliance/dpa

Einen Banksparplan als Riester-Modell zu finden, ist gar nicht so einfach. Keiner der großen Player in Sachen "Allfinanz" hat einen Banksparplan im Angebot. Bei der Allianz oder der Alte Leipziger setzt man entweder auf klassische Versicherungs-Produkte oder fondsbasierte Angebote.

Für Versicherungskonzerne und Großbanken sind die Banksparpläne wohl auch selbst wenig attraktiv. Statt üppiger Abschluss- und Verwaltungskosten kann man dabei dem Kunden nur kleine Gebühren jährlich in Rechnung stellen. Von den derzeit rund 15 Millionen Riester-Verträgen sind nur 0,8 Millionen Banksparpläne.

Nische für Sparkassen und Volksbanken

Als Nische haben aber eine Reihe regionaler Anbieter, zumeist aus dem Bereich der Sparkassen und Volksbanken, die Banksparpläne á la Riester für sich entdeckt. Das muss für den Kunden kein Nachteil sein. Viele der Institute, ob die Sparkasse Radevormwald oder die Volksbank Nordmünsterland, nehmen bundesweit Kunden dankbar an.

Die Struktur der Banksparpläne ist zumeist einfach: Die Einzahlungen in den Sparplan, also die Eigenbeiträge wie die staatlichen Zulagen, werden nach klaren Regeln verzinst. Dies kann entweder ein vorher festgelegter Zins sein, zumeist aber ein Zins, der sich am allgemeinen Kapitalmarktniveau orientiert. Dieser Kapitalmarktzins wird mit einem Abschlag, an dem die Bank verdient, an den Sparer weitergegeben.

Mini-Zinsen werden angepasst

Verschiedene Referenzzinsniveaus werden bei den Banken dabei genutzt. So etwa die Umlaufrendite, in die die Zinssätze verschiedener langlaufender Bundesanleihen eingehen. Beim derzeitigen Zinsniveau ist damit eine relativ niedrige Verzinsung vorprogrammiert. Zurzeit müssen Riester-Sparer so mit Mini-Zinsen unter einem Prozent vorlieb nehmen. Bei den allermeisten Anbietern der Bank-Sparpläne finden allerdings mehrmals jährlich Anpassungen statt. Steigen also die Langfristzinsen wieder, klettert auch die Verzinsung der Guthaben auf dem Riester-Konto Stück für Stück.

Derzeit bieten zwar Versicherungs-Verträge per Riester im Schnitt eine merkbar höhere Mindestverzinsung. Doch demgegenüber punkten die Bank-Produkte mit konkurrenzlos niedrigen Kosten. Bei der einschlägigen Sparkasse oder Volksbank bezahlt der Sparer sein Riester-Konto mit nur wenigen Euro Gebühr pro Jahr.

Einige der Anbieter locken zudem mit "Bonus"-Elementen. Dies können etwa ansteigende Zinstreppen bei lange laufenden Verträgen sein oder einmalige Bonuszahlungen nach einer bestimmten Zeitdauer des Vertrages.

Sprungbrett für den Immobilienkauf

Die geringe Kostenbelastung während der Ansparphase macht die Banksparpläne auch geeignet für eine Entnahme. Wer etwa eine selbst bewohnte Immobilie kaufen will, kann sein Riester-Konto "förderunschädlich" zum Teil oder komplett als Eigenkapital beim Erwerb einsetzen. Der Gesetzgeber hat die Entnahmemöglichkeiten zudem weiter erleichtert. So können künftig auch Tilgungen bei bereits bestehenden Immobilien über entnommenes Riester-Kapital finanziert werden.

In der Auszahlphase werden die Guthaben aus dem Bankspar-Riester allerdings doch mit nennenswerten Kosten belastet. Der Kunde kann dann zwischen einer sofort beginnenden Rentenversicherung oder einem Auszahlplan wählen, an den sich eine lebenslange Rentenversicherung anschließt, die ab dem 85. Lebensjahr greift. Dabei ist der Riester-Rentner aber nicht an den Anbieter seines Vertrages gebunden, sondern kann auch konkurrierende Versicherungs-Lösungen wählen. Für diese Umschichtung in die Versicherung werden etwa 20 bis 30 Prozent des Riester-Guthabens in die Versicherung investiert.

AB