Rentner auf einer Bank

Der Schwung ist raus Immer mehr Riester-Verträge ruhen

Stand: 15.03.2018, 11:32 Uhr

Die Zahl der Riester-Sparer, die ihre Verträge nicht mehr besparen und damit viele Millionen an staatlichen Zulagen verfallen lassen, steigt unaufhörlich.

Waren es im Herbst letzten Jahres noch rund drei Millionen ist die Zahl der "ruhenden" Riester-Verträge inzwischen auf 3,3 Millionen angestiegen. Jeder fünfte der rund 16 Millionen Riester-Verträge zur privaten Altersvorsorge liegt demnach auf Eis.

Das gehe aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen hervor, schreibt die "Rheinische Post". Von den Riester-Sparern, die ihre Verträge noch bedienen, zahlten wiederum knapp 20 Prozent so wenig ein, dass sie ihren Anspruch auf die staatliche Zulage nur zu weniger als 50 Prozent ausnutzen könnten.

"Allen Schwung verloren"

"Die Riester-Rente hat allen Schwung verloren: Die Vertragszahlen stagnieren und ein großer Teil der Verträge wird entweder überhaupt nicht oder völlig unzureichend bespart", sagte der rentenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, Markus Kurth, der Zeitung. "Menschen mit geringen Einkünften und ohne Kinder bleibt nur die viel zu klein dimensionierte Grundzulage", erklärte Kurth. Bei der Riester-Rente gelte: "Wer hat, dem wird gegeben."

Entwicklung der Zahl der Riesterverträge bis Dezember 2017

Entwicklung der Zahl der Riesterverträge. | Bildquelle: Bundesministerium der Finanzen

Wie aus den von der Bundesregierung vorgelegten Daten weiter hervorgeht, profitieren Geringverdiener von der Riester-Rente tatsächlich weniger als Gutverdiener. Dabei war die staatlich geförderte Altersvorsorge vor allem dafür gedacht, bei kleineren Einkommen die Versorgungslücke zu schließen, die sich durch das gesunkene Rentenniveau ergibt.

Höhere Einkommen profitieren mehr

So bekamen Riester-Sparer den Angaben der Regierung zufolge mit einem Einkommen ab 100.000 Euro pro Jahr rund 500 Euro Steuerersparnis jährlich. Einkommen zwischen 20.000 und 25.000 Euro Jahreseinkommen erreichen lediglich eine Steuerersparnis von etwas über 100 Euro.

Dabei ist die Förderung von Riester-Verträgen seit Jahresbeginn weiter verbessert worden: Die Grundzulage wurde von 154 auf 175 Euro pro Jahr erhöht. Zudem werden Riester-Renten durch die Schaffung eines neuen Freibetrags in der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bei der Berechnung der Grundsicherungsleistungen nicht mehr voll angerechnet.

lg