Kontraste von Reichtum und Armut in Asien

Vermögensbericht der Allianz Globale Ungleichheit bleibt hoch

Stand: 26.09.2018, 11:03 Uhr

Wohlstand ist auf der Welt weiterhin stark abhängig von der Region, in der ein Mensch lebt, und von dem Vermögen, das er bereits besitzt. Das zeigt der "Global Wealth Report" der Allianz. Immerhin gibt es einige Hoffnungsschimmer.

Die "Vermögensmittelschicht" ist im vergangenen Jahr um 600 Millionen Menschen angewachsen. Das ist wohl das positivste Ergebnis der Untersuchung, die die Allianz am Mittwoch veröffentlichte. Mehr als 2,5 Milliarden Menschen verfügen also nach Abzug von Schulden über ein Geldvermögen von mindestens 3.000 Dollar. Der höchste Wert, den es in der Statistik je gab.

Vermögensmittelklasse nach Regionen

Vermögensmittelklasse nach Regionen. | Bildquelle: Allianz Global Wealth report, Grafik: boerse.ARD.de

Industrieländer mit Mehr-Wachstum

Das gesamte Netto-Geldvermögen ist im vergangenen Jahr um 7,7 Prozent auf 168,3 Billionen Euro gestiegen. Auch dieser Zuwachs ist ein Spitzenwert in der Zeitreihe. Globales Wachstum im vergangenen Jahr hat dazu geführt. Dabei wuchs die Wirtschaft in den Schwellenländern mit 12,9 Prozent noch deutlich stärker als in den Industrieländern (6,5 Prozent), doch die Wachstumsdifferenz geht zurück, die Industrienationen in Westeuropa und Nordamerika holen also auf.

Ein Gutteil des Wohlstandszuwachses ging im vergangenen Jahr auf ein Comeback des Wertpapiersparens zurück. Wertpapiere wie Aktien und Investmentfonds verzeichneten Wertzuwächse von 12,2 Prozent, den gut laufenden Aktienbörsen sei Dank. Insgesamt liegen damit inzwischen global 42 Prozent des Nettogeldvermögens in Wertpapieren. Und: Erstmals seit der Finanzkrise 2007/8 flossen netto frische Mittel in diese Anlageklasse. Ihr Anteil am Gesamtvermögen liegt damit wieder über dem Vorkrisenniveau.

Wohlstand bleibt ungleich verteilt

Die Ungleichheit in der Welt bleibt allerdings trotz der Zuwächse weiterhin extrem hoch. Zehn Prozent der Weltbevölkerung besitzen 78,9 Prozent des Geldvermögens. Die untere Vermögenshälfte der Menschheit, also 2,5 Milliarden Menschen, teilen sich ein Prozent des Vermögens. Immerhin verändert sich auch diese Zahl langsam in die richtige Richtung, denn im Jahr 1990 besaß das "obere" Dezil noch mehr als 90 Prozent des Geldvermögens.

Die Ungleichheit verschärfte sich im vergangenen Jahr in vielen Industrieländern stärker als in den so genannten Entwicklungsländern. Das liegt vor allem an den Unterschieden, wer wie stark auf welche Form der Vermögensanlage setzt: In Nordamerika, aber auch in China liegt der Anteil von Wertpapieren mit potenziell höherer Rendite deutlich über den Ländern Westeuropas oder Japan. Dort wird immer noch überwiegend auf klassische Sparformen wie Versicherungen oder Bankeinlagen gesetzt.

Vermögensstruktur nach Regionen

Vermögensstruktur nach Regionen. | Bildquelle: Allianz Global Wealth Report, Grafik: boerse.ARD.de

Wer wohlhabend ist, kauft Aktien

Auf Wertpapiere wie Aktien setzen aber auch in den Industrieländern vor allem Menschen, die wohlhabender sind und damit auch zwischenzeitliche Verluste an den Börsen leichter "aushalten" können. Wer wohlhabend ist, wird also auch hierzulande tendenziell immer wohlhabender.

In der Rangliste der Länder mit dem höchsten Nettogeldvermögen ist Deutschland dadurch weiter nur auf Platz 18 angesiedelt, auch hinter Großbritannien, Frankreich und Italien. Spitzenreiter sind weiterhin die Schweiz und die USA, wobei das Netto-Geldvermögen der Eidgenossen das der Amerikaner inzwischen sogar überholt hat.

Netto-Geldvermögen pro Kopf

Netto-Geldvermögen pro Kopf. | Bildquelle: Allianz Global Wealth Report, Grafik: boerse.ARD.de

AB