Schüler vor Mathematikheft

Umfrage des Deutschen Instituts für Altersvorsorge Finanzbildung in der Schule mangelhaft

Stand: 18.04.2019, 11:44 Uhr

Sparbuch statt Aktien: Die meisten Deutschen legen ihr Geld falsch an. Ein Hauptgrund dürfte die Finanzbildung sein. Diese ist mangelhaft, fand das Deutsche Institut für Altersvorsorge in einer Umfrage heraus.

Dass das Finanzwissen der Deutschen katastrophal schlecht ist, haben schon mehrere Studien belegt. Die Bundesbürger seien "finanzielle Analphabeten", schrieben jüngst die Autoren einer Studie der Diba Bank. Eine Abiturientin gab zu: "Ich bin jetzt fast 18 und hab' keine Ahnung von Miete, Steuern oder Versicherungen." Und auch nicht von Aktien!

Zu wenig und zu schlechte Qualität!

Wer ist schuld? Natürlich die Schule. Das Deutsche Institut für Altersvorsorge hat eine Umfrage unter rund 2.000 Personen durchgeführt. Ihr Fazit: Die Finanzbildung, die von den Schulen in Deutschland vermittelt werde, erhalte die Note mangelhaft. "Zu wenig, schlechte Qualität und auch zu geringes Interesse der Jugendlichen und junger Erwachsene" gebe es,  konstatiert das Institut.

Gut drei Viertel der Befragten beklagen sich über eine schlechte Finanzbildung in der Schule. Nur 13 Prozent haben eine gegenteilige Meinung und halten die Finanzbildung für gut.

Besonders die Gutverdiener sind unzufrieden mit der Situation. Je mehr die Befragten verdienen, desto häufiger bejahen sie die Aussage, dass die Finanzbildung im Schulunterricht zu wenig oder nur nur schlecht vermittelt werde.

Fehlendes Interesse

Die Verantwortung für den ungenügenden Bildungsstand liege nicht allein an den Schulen, meinen die befragten. Selbstkritisch konstatieren sie auch ein fehlendes Interesse der meisten jungen Erwachsenen und Jugendlichen an der Finanzbildung. Insgesamt 56 Prozent glauben das. Nur die Jüngeren, die 18- bis 24-Jährigen teilten diese Auffassung nicht.

Von der Mehrheit der Befragten wird die Schule als der geeignete Ort für die Finanzbildung angesehen. 54 Prozent sind dieser Meinung.

Laut Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur des gemeinnützigen Verbraucherportals "Finanztip", sind es scheinbar simpelste Dinge, die die Schulen vermitteln müssten - zum Beispiel: Wie funktioniert ein Girokonto? Wozu braucht man eine Haftpflichtversicherung? Habe ich einen Anspruch auf betriebliche Altersvorsorge und vermögenswirksame Leistungen? Wie funktioniert ein Mietvertrag? Was ist der Unterschied zwischen Prepaid und einem Handyvertrag? Was macht eigentlich die Schufa?

nb

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Aktien? Kenn ich nicht.