Riester-Fondssparpläne

Riester-Fondssparpläne Auf der Suche nach Rendite

von Andreas Braun

Stand: 02.08.2013, 15:49 Uhr

Fürs Alter vorsorgen und dabei die Sicherheit eines Riester-Vertrages mit den Renditechancen des Kapitalmarkts verbinden? Eine Reihe von Riester-Fondssparplänen wollen das ermöglichen - mit unterschiedlichen Strategien.

Renditesuche lupe euro. | Quelle: colourbox

Eins ist immerhin sicher: Am Ende der Einzahlungs-Phase und vor Beginn des Rentenantritts muss auch ein Riester-Fondssparplan mindestens die eingezahlten Beiträge plus die staatlichen Zulagen garantieren. Dies hat der Gesetzgeber zu Beginn der Riester-Rente vor nunmehr elf Jahren bereits so festgelegt. Einleuchtend, denn schließlich soll mit der Riester-Rente die viel beschworene "Rentenlücke" im Alter geschlossen werden. Da macht es wenig Sinn, risikofreudige Vorsorgesparer mit heftigen Verlusten in Rente gehen zu lassen, wenn etwa die Aktienmärkte einmal in einer längeren Baisse-Phase stecken.

Umschichtungen als Sicherung

Der eingebaute Sicherheitsgurt hat entsprechende Sicherungsmaßnahmen auf Seiten der Anbieter entstehen lassen. Zum Teil werden Anlagegelder aus Aktienfonds und sichere Rentenfonds einige Jahre vor dem geplanten Rentenantritt umgeschichtet. Bei mehreren Fonds-Riester-Varianten geschieht dies auch schon lange vor dem Ruhestand: Nämlich immer dann, wenn die Aktienmärkte schlecht laufen und die Kursverluste in den Fonds die Garantie des Kapitalerhalts zu gefährden drohen. In der Häufigkeit solcher Umschichtungen unterscheiden sich die Fondsgesellschaften. Und auch bei der Möglichkeit, "abgesicherte" Mittel wieder von Rentenfonds zurück in die renditeträchtigeren Aktienfonds zurück zu transferieren, gibt es jeweils andere Strategien.

Die Auswahl der verfügbaren Fondsprodukte ist entweder stark eingeschränkt, es stehen etwa nur ein Aktien- und ein Rentenfonds zur Verfügung. Oder aber der Anleger kann aus einem ganzen Universum von Produkten auswählen. Auch die Spielart, dass innerhalb der Fondsgesellschaft ein aktives "Dachfonds-Management" besteht, gibt es. Hier wählen die Anbieter je nach Marktlage aussichtsreichere Fonds aus oder verbannen schlechtere Produkte aus dem Anlage-Universum.

Kosten beachten

Auch Fonds-Sparpläne auf Riester-Basis verursachen Kosten. Je nach Anbieter werden Ausgabeaufschläge zwischen drei und fünf Prozent bei aktiv gemanagten Fonds fällig. Dazu kommen häufig laufende Fondskosten, die für das Management und die Verwaltung der Produkte anfallen, sie liegen zwischen 0,5 und zwei Prozent jährlich. Nicht zuletzt berechnen auch einige Anbieter von Fondssparplänen "Abschlusskosten". Gebühren, die einen Prozentsatz der geplanten Summe aus Einzahlungen und Zulagen darstellen. Ähnlich wie bei Versicherern werden diese zumeist in den ersten Jahren der Vertragslaufzeit entnommen. Wer seinen Vertrag in den ersten Jahren wechseln will, kann dies also nur mit Verlusten tun, die Gebühren werden nicht zurückerstattet.

Gebremste Wertentwicklung

Bleibt auf der Habenseite der Fonds die Chance, zumindest zum Teil an der Börsenentwicklung teilzuhaben. Dazu erhält der Anleger natürlich wie bei allen anderen Riester-Varianten die staatlichen Grund- und Kinderzulagen und kann die steuerliche Absetzbarkeit der monatlichen Beiträge nutzen. Und nicht zuletzt ist der Kapitalerhalt am Ende der Sparphase gesichert, anders als bei einem normalen Fondsspar-Plan, der am Ende einer Laufzeit komplett in die Verlustzone gerutscht sein kann.

Geeignet erscheinen Fonds-Riester-Lösungen vor allem für Vorsorgesparer, deren Rentenantritt noch in größerer Ferne liegt. Umschichtungen in renditeschwache Rentenfonds finden hier tendenziell – abhängig vom gewählten Modell - noch nicht so häufig statt. Außerdem sollte der Sparer sich in der Lage fühlen, aus der Palette an Angeboten und Fonds-Produkten die für ihn richtigen auszuwählen und womöglich sogar selbst einmal die Pferde, sprich den gewählten Fonds oder sogar den Anbieter, zu wechseln.

AB