Männliche Hand mit einem Stapel Geldscheine vor dunklem Himmel

Rentenlücke mit Aktien schließen Altersarmut? Das muss doch nicht sein!

von Angela Göpfert

Stand: 10.10.2017, 13:20 Uhr

Junge Menschen sorgen viel zu wenig fürs Alter vor. Dabei ist es so einfach, die Rentenlücke mit Aktien zu schließen. Gerade, wenn man jung ist.

Denn junge Anleger haben einen Vorteil. Sie haben etwas, das selbst ein Star-Investor wie Warren Buffett nicht hat: Sie haben – Zeit! Zeit, in der sie in aller Ruhe ihr Geld für sich arbeiten lassen und vom Zinses-Zins-Effekt profitieren können.

Der berühmte Physiker Albert Einstein hat die Zinses-Zinsen einmal als "die größte Erfindung des menschlichen Geistes" bezeichnet. Doch was verbirgt sich genau dahinter?

Beispiel gefällig?

Um vom Zinses-Zins-Effekt zu profitieren, werden die anfallenden Zinsen (am Aktienmarkt spricht man von Renditen) nicht ausgeschüttet, also nicht an den Anleger ausgezahlt, sondern zum Anlagebetrag hinzuaddiert. Sie erhöhen also die Anlagesumme und werden in den Folgejahren mitverzinst. Dadurch werden bei der nächsten Ausschüttung höhere Zinserträge erreicht.

Wird also beispielsweise ein Betrag von 1.000 Euro mit 7,0 Prozent verzinst, so erhält man nach dem ersten Jahr Zinserträge in Höhe von 70 Euro. Die Anlagesumme nach einem Jahr beträgt 1.070 Euro. Im Folgejahr werden 74,90 Euro an Zinsen bezahlt. Es wurden also 4,90 Euro Zinseszinsen ausgeschüttet, weil die Zinserträge des Vorjahres mitverzinst wurden.

Wahre Wunderdinge

Wichtig für die Höhe des Zinses-Zins-Effektes ist somit einmal die ursprüngliche Anlagesumme – und die Höhe der Verzinsung. Am Aktienmarkt konnten Anleger im historischen Schnitt mit 9,0 Prozent Rendite rechnen, konservative Rechnungen gehen künftig von 7,0 Prozent aus, Pessimisten von 5,0 Prozent.

Renditedreieck

Das Renditedreieck des Deutschen Aktieninstituts mit sehr viel Grün und wenig Rot = Aktien lohnen sich. | Bildquelle: DAI

Bei Laufzeiten von mehreren Jahrzehnten vollbringt der Zinseszins so wahre Wunderdinge, wie ein Blick auf diese Tabelle zeigt. Als monatliche Sparrate haben wir 100 Euro angenommen.

Ein Wunder namens Zinses-Zins-Effekt
JahreSumme der EinzahlungenSparkapital bei 7 % Rendite
11.2001.245,50
56.0007.162,55
1012.00017.208,39
1518.00031.298,20
2024.00051.059,89
2530.00078.776,68
3036.000117.650,91
3542.000172.174,03
4048.000248.645,53

Schon kleine Beträge reichen

Wer 100 Euro monatlich über 40 Jahre hinweg spart, verfügt am Ende über ein Kapital von 248.645,53 Euro. Davon sind nur 48.000 Euro den monatlichen Einzahlungen geschuldet - die restlichen 200.645,53 Euro beruhen auf dem Zinses-Zins-Effekt.

Dank Zins und Zinseszins reichen somit schon vergleichsweise kleine monatliche Sparbeträge aus, um ein solides Alterskapital aufzubauen. Sofern man in jungen Jahren damit beginnt.

Um von dieser Wundermaschine namens Zinses-Zins-Effekt profitieren zu können, braucht es vor allem Geduld und Disziplin. Wer es genauer wissen möchte, liest hier weiter.