Vorsorge

Rentnerpaar

Rendite fürs Alter Die Aktie als Renten-Turbo

Stand: 28.01.2014, 16:05 Uhr

Das tägliche Auf und Ab an den Finanzmärkten schreckt viele Sparer ab, in Aktien zu investieren. Doch gerade auf lange Sicht ist die Anlageform enorm renditeträchtig und kann ein wichtiger Baustein der Vorsorge fürs Alter sein.

Noch immer ist der Aktienmarkt für viele Deutsche eine Art Parallelwelt, in der nur Experten oder dubiose "Zocker" auf der Jagd nach dem schnellen Geld sind. Firmenpleiten, Aktiencrash und vielleicht auch eigene Verluste in der Zeit der Internet-Blase prägen hierzulande eine ablehnende Haltung gegenüber der Anlageform Aktie.

Bei vielen Bundesbürgern fehlen noch immer die grundlegendsten Kenntnisse über diesen Bereich der Anlage. Für die ARD-Diskussionsrunde "hart aber fair" am Donnerstag wurden Bürger in einem Einkaufszentrum in Köln nach dem "Dax" befragt. Nur zwei von 20 Menschen konnten überhaupt erklären, was der Deutsche Aktienindex ist. Für die Mehrheit der Bevölkerung ist es also ein weiter Weg zu einer eigenen Investition in die Anlagegattung Aktie.

Minizinsen bei Lebensversicherung und Festverzinslichen

Dabei kann die langfristige Anlage im Aktienmarkt eine wichtige Säule in der eigenen Vorsorge fürs Alter sein. Während die "Klassiker" beim langfristigen Vermögensausbau wie Lebensversicherungen oder Festverzinsliche Wertpapiere wie Staatsanleihen nur noch Mini-Verzinsungen bieten, wartet der Aktienmarkt mit durchschnittlichen Jahresrenditen von rund sieben Prozent im langjährigen Mittel auf.

Eine Beispielrechnung zeigt, wie sehr der Renditeunterschied sich auf den Vermögenszuwachs im Alter auswirkt: Wer 30 Jahre lang monatlich nur 100 Euro in den Aktienmarkt investiert, kommt bei den angenommenen sieben Prozent auf eine Ansparsumme von rund 117.000 Euro (siehe Grafik 1). Bei zwei Prozent, was der derzeit erwartbaren Rendite von Lebensversicherungen und Bundesanleihen mit langer Laufzeit entspricht, liegt das Vermögen nach 30 Jahren bei 49.000 Euro.

Aktiensparen per Sparplan

Aktiensparen per Sparplan. | Bildquelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge

Rendite-Schub im langen Zeitraum

Noch weiter geht die "Rendite-Schere" auf, wenn man das angesparte Kapital auch im Alter unterschiedlich arbeiten lässt: Soll das Gesparte über 30 Jahre anschließend "verrentet" werden, kann der Sparer bei einer zweiprozentigen Verzinsung in der Rentenphase monatlich 181 Euro entnehmen. Der Aktiensparer kann sich 30 Jahre lang eine monatliche Kapitalrente von 761 Euro auszahlen, wenn er den Vermögensstock weiter mit sieben Prozent Rendite am Aktienmarkt arbeiten lässt (siehe Grafik 2). Er hat im Alter also mehr als das Vierfache an Einkommen aus seiner Kapitalanlage. Beide Berechnungen klammern laufende Kosten der Anlage und den Kaufkraftverlust aus.

Auszahlphase im Sparplan über 30 Jahre

Auszahlphase im Sparplan über 30 Jahre. | Bildquelle: Deutsches Institut für Altersvorsorge

"Besparen" kann man als Privatanleger den Aktienmarkt auf vielfältige Weise. Viele Banken, Online-Broker und Fondsgesellschaften bieten Sparpläne an. Mit ihnen kann man als Anleger ab Beträgen von 25 Euro monatlich in einzelne Aktien, in aktiv gemanagte Aktienfonds, aber auch passive Indexfonds (ETFs) oder auch in Zertifikate investieren, die wiederum an Aktien oder Aktienindizes orientiert sind (siehe unsere Übersicht).

Das "Hineinkaufen" in den Aktienmarkt in vielen kleineren Raten hat noch einen weiteren positiven Effekt. Wer zu vielen unterschiedlichen Kursen in eine Aktie oder einen Aktienfonds einsteigt, "glättet" seine Performance. Der "Cost-Average-Effekt" sorgt dafür, dass vorübergehende Kurseinbrüche, wie sie am Aktienmarkt immer wieder vorkommen, abgemildert im Aktiendepot ankommen. Wer zu einem einzigen Zeitpunkt eine Aktie oder einen Index kauft, geht ein höheres Risiko ein, zu "hohen" Kursen gekauft zu haben.

AB