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Wege aus der Abgeltungssteuer Von Gold bis ETF-Rente

Stempel mit dem Schriftzug

Freibeträge managen
Mit der Abgeltungssteuer wurde 2009 auch der Sparerpauschbetrag von 801 Euro beziehungsweise 1.602 Euro für Verheiratete eingeführt. Kapitalerträge bis zu diesen Beträgen sind steuerfrei. Damit der Freibetrag ausgenutzt wird, sollten die entsprechenden Freistellungsaufträge bei dem oder den Depots möglichst exakt auf die erwarteten Gewinne eingestellt sein. Sonst muss zu viel gezahlte Steuer mühsam über die Steuererklärung zurückgeholt werden. Ein geplanter Aktien- oder Fondsverkauf kann womöglich auch in einem Jahr erfolgen, in dem sonstige Kapitalerträge geringer ausfallen. Wer erst nach Rentenantritt Gewinne realisiert, hat im Übrigen eine geringere allgemeine Steuerbelastung.

Wege aus der Abgeltungssteuer Von Gold bis ETF-Rente

Stempel mit dem Schriftzug

Freibeträge managen
Mit der Abgeltungssteuer wurde 2009 auch der Sparerpauschbetrag von 801 Euro beziehungsweise 1.602 Euro für Verheiratete eingeführt. Kapitalerträge bis zu diesen Beträgen sind steuerfrei. Damit der Freibetrag ausgenutzt wird, sollten die entsprechenden Freistellungsaufträge bei dem oder den Depots möglichst exakt auf die erwarteten Gewinne eingestellt sein. Sonst muss zu viel gezahlte Steuer mühsam über die Steuererklärung zurückgeholt werden. Ein geplanter Aktien- oder Fondsverkauf kann womöglich auch in einem Jahr erfolgen, in dem sonstige Kapitalerträge geringer ausfallen. Wer erst nach Rentenantritt Gewinne realisiert, hat im Übrigen eine geringere allgemeine Steuerbelastung.

Kind beißt in einen Burger von McDonald's

Kinder-Grundfreibetrag nutzen
Auch Kinder können jeweils den Sparer-Pauschbetrag von 801 Euro jährlich in Anspruch nehmen. Hat ein Kind kein eigenes oder nur geringes Einkommen, kann es Kapitalerträge bis zum Grundfreibetrag von 8.820 Euro plus Sparerfreibetrag steuerfrei vereinnahmen. Dazu muss beim Finanzamt eine Nichtveranlagungs-Bescheinigung (NV) beantragt werden. Damit die Kapitalerträge fließen, muss freilich das Kapital per Schenkung an das Kind fließen, auch diese ist dem Finanzamt anzuzeigen. Übersteigen die monatlichen Einkünfte zudem 405 Euro, muss das Kind eigenständig krankenversichert werden.

Zwei Rentnerfiguren auf einem Münzstapel

Steueroptimiert riestern
Die staatlich geförderte Altersvorsorge hat eine Reihe Nachteile, aus steuerlicher Sicht aber einen Vorteil: In einen Riester-Vertrag Erträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne sind in der Einzahlungsphase komplett abgeltungssteuerfrei. Riesterverträge können "überspart" werden. Oder es kann ein zweiter "ungeförderter" Riestervertrag abgeschlossen werden. Bei Rentenantritt kann jeweils komplett entnommen werden, dabei wird nur die halbe Steuerlast auf die Erträge fällig. Oder aber die Verrentung erfolgt zum dann in der Regel deutlich niedrigeren Steuersatz. Die Steuerfreiheit gilt ebenso für die Rürup-Rente.

Hängeregister mit Aktenreiter Versicherung

Versicherungen als Steuerbremse
Renten- und Lebensversicherungen arbeiten nach demselben steuerlichen Prinzip wie Riester- und Rüruprente. Erträge werden erst bei Auszahlung besteuert. Läuft die Versicherung mindestens zwölf Jahre und erfolgt die Auszahlung frühestens mit 62 Jahren (bei ab 2012 geschlossenen Verträgen) ist nur die Hälfte dieser Erträge zu versteuern. Sowohl Renten- als auch Lebensversicherungen können auch auf Investmentfonds basieren und damit Renditechancen am Aktienmarkt nutzen. In beiden Fällen sind allerdings die Kosten der Versicherungslösung mit zu berücksichtigen.

ETF-Schriftzug

Fonds-Rentenversicherung als Nettotarif und per ETF
So genannte Nettotarife, die am Markt ebenfalls erhältlich sind, enthalten deutlich geringere Kosten als übliche Versicherungs-Lösungen. Wenn diese Tarife dann noch auf kostengünstigen Indexfonds basieren, kann eine steueroptimierte Rendite in Höhe der Aktienmarkt-Erträge eingefahren werden. Als Anleger sollte man hier darauf achten, in welche Fonds investiert wird, und ob Umschichtungen vorgenommen werden können.

Chartgrafiken Weltkarte und Investoren

Dachfonds zur Steuerstundung
Auch Erträge die innerhalb eines Fonds anfallen, unterliegen prinzipiell der Abgeltungssteuer, dazu gehören vor allem Zinsen und Dividenden, die etwa aus Anleihen- oder Aktienfonds stammen. Dabei ist es steuerlich unerheblich, ob diese Erträge ausgeschüttet oder thesauriert werden. Wer allerdings in einen Dachfonds investiert, der kann zumindest Kursgewinne, die beim Umschichten innerhalb des Fonds anfallen, zunächst steuerfrei genießen. Die Kursgewinne, die in den Wert der Fondsanteile fließen, müssen dann aber beim Verkauf versteuert werden.

Schließfach mit Schlüssel und

Auslandsdepot macht Arbeit
Einen Stundungseffekt erfährt auch derjenige Anleger, der seine Wertpapiere in einem Depot im Ausland hält. Auch hier greift der deutsche Fiskus bei allen Kapitalerträgen zu. Allerdings erfolgt eine Erhebung der Abgeltungssteuer nicht automatisch durch die Bank wie in Deutschland, sondern der Anleger muss die Erträge in seiner Steuererklärung angeben, und gegebenenfalls nachträglich seine Steuer entrichten.

Blaues Hochhaus aus der Froschperspektive

Immobilienfonds mit Sondereffekt
Im Licht der Abgeltungssteuer erfahren auch bestimmte offene Immobilienfonds ein kleines Revival. So können Fonds, die einen Großteil ihrer Erträge wie Mieteinnahmen im Ausland bereits versteuert haben, diese gegenüber dem Anleger in Deutschland anschließend steuerfrei ausschütten. Steuerfreie Ausschüttungsquoten von 50 und mehr Prozent sind hier möglich.

Goldtresor der Deutschen Bundesbank

Gold, steuerlich aufpoliert
Spekulationsgeschäfte mit Edelmetallen wie Gold und Silber sind für den Steuerfuchs in Sachen Abgeltungssteuer weiterhin interessant. Der Verkauf von "physischen" Gold- oder Silbermünzen und –barren ist nach einem Jahr gänzlich steuerfrei. Bis zur dieser Frist gilt eine Höchstgrenze von 600 Euro. Darüber werden Erträge mit dem persönlichen (Grenz)Steuersatz belegt. Das von der Deutschen Börse herausgegebene Wertpapier "Xetra-Gold" ist vom Bundesfinanzhof (BFH) inzwischen ebenfalls als "physisch" eingestuft worden, da ein unmittelbarer Anspruch auf Einlösung in Goldbarren besteht. Damit sind die Gewinne aus dem Verkauf auch hier nach einem Jahr Haltedauer steuerfrei.