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Was ändert sich mit der Fondssteuerreform? Fondsbesteuerung ab 2018

Illustration: Figur in Hängematte träumt von hohen Gewinnanteilen

Worauf wird Steuer bezahlt?
In Deutschland aufgelegte Fonds müssen erstmalig ab 2018 Steuern in Höhe von 15 Prozent auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien bereits auf Fondsebene zahlen. Damit stellt der Gesetzgeber ihre steuerliche Belastung grundsätzlich mit der von ausländischen Fonds und deren Einkünften aus Deutschland gleich.

Was ändert sich mit der Fondssteuerreform? Fondsbesteuerung ab 2018

Illustration: Figur in Hängematte träumt von hohen Gewinnanteilen

Worauf wird Steuer bezahlt?
In Deutschland aufgelegte Fonds müssen erstmalig ab 2018 Steuern in Höhe von 15 Prozent auf deutsche Dividenden, deutsche Mieterträge und Gewinne aus dem Verkauf deutscher Immobilien bereits auf Fondsebene zahlen. Damit stellt der Gesetzgeber ihre steuerliche Belastung grundsätzlich mit der von ausländischen Fonds und deren Einkünften aus Deutschland gleich.

Schaukelnder gebogener Pfeil und Balken-Charts

Was ist, wenn Fonds gar nicht ausschütten?
Bei sogenannten thesaurierenden Fonds wird der übers Jahr erzielte Wertzuwachs gar nicht ausgezahlt, sondern direkt in neue Anteile investiert. Da keine Ausschüttung vorliegt, wird die Steuer in diesem Fall über eine komplizierte Formel pauschal berechnet. Die daraus resultierende Steuerzahlung, die sogenannte Vorabpauschale, wird bei Veräußerung der Fondsanteile mit den dann fälligen Steuern verrechnet.

Eine Merck Aktie von 1995

Gibt es jetzt einen steuerlichen Vorteil für Aktienfonds?
Bei reinen Aktienfonds gibt es tatsächlich eine höhere Freistellungsquote von 30 Prozent der Erträge und auch der Verkaufsgewinne innerhalb des Fonds. Bei Mischfonds mit einem Aktienanteil von mindestens 25 Prozent liegt die Freistellungsquote bei 15 Prozent. Rentenfonds unterliegen sowohl mit ihren Zinsen als auch mit ihren Kursgewinnen vollständig der Abgeltungssteuer.

Ausblick 2017 Fonds

Sollte man Altfondsbestände verkaufen?
Die Reform ist kein Grund für einen Verkauf, denn die Steuerbelastung wird sich für die meisten Anleger kaum ändern. Selbst Inhaber von vor 2009 erworbenen Fondsanteilen, die bei einer Veräußerung mit mehr als 100. 000 Euro Gewinn rechnen könnten, müssen sich nicht beeilen. Der Grund: Sämtliche bis zum 31. Dezember 2017 aufgelaufenen Wertsteigerungen der Alt-Anteile bleiben steuerfrei. Besteuert werden erst Wertsteigerungen, die ab Januar 2018 entstehen. Für diese gilt dann der Freibetrag von 100.000 Euro.

Anlegerschutz

Werden Kleinanleger durch die Reform benachteiligt?
Generell greift der Fiskus ab 2018 auf der Ebene des Fonds ein, zum Bespiel bei Dividendenausschüttungen bei Aktien. Wer also nur kleinere Beträge in Fonds investiert und seinen Sparerfreibetrag nicht ausschöpft, zahlt Steuern, die er nicht wieder zurückerhält.

ETF - Exchange Traded Fund

Wie sieht die Besteuerung bei ETFs aus?
Im Gegensatz zum bisherigen Gesetz soll es im Bezug auf die Besteuerung von ETFs keine Rolle mehr spielen, in welchem Land der ETF aufgelegt wurde, welche Replikationsmethode oder Ausschüttungsart er verfolgt. In jedem Fall wird auf Fondsebene besteuert und dann beim Verkauf verrechnet.

Rentner-Figur sitzt auf Riester-Schriftzug aus Scrabble-Würfeln

Werden Altersvorsorge-Produkte jetzt anders besteuert?
Für Riester- oder Rürup-Verträge ändert sich bei der Besteuerung nichts. Sparpläne mit fondsgebundenen Lebens- oder Rentenversicherungen haben nach wie vor den Vorteil, dass Dividenden und Zinsen während der Ansparphase beim Anleger steuerfrei sind. Die Steuerstundung bleibt übrigens auch bei fondsgebundenen Lebensversicherungen erhalten.