Social Trading

Uwe Eilers

Interview "Wir arbeiten am Track Record"

Stand: 20.03.2015, 16:48 Uhr

Mehr als 50 Wikifolios werden inzwischen von Vermögensverwaltern gesteuert, die ihre Investment-Strategien damit öffentlich machen. Laut Uwe Eilers, Vorstand bei Geneon Vermögensmanagement, eine Möglichkeit, neue Kundengruppen zu erschließen.

boerse.ARD.de: Herr Eilers, Ihre Vermögensverwaltung ist auf Wikifolio seit einiger Zeit mit einem eigenen Handelsansatz präsent. Welchen Stellenwert hat das Wikifolio für Sie?

Uwe Eilers: Für uns ist das Wikifolio eine Möglichkeit, öffentlich als Vermögensverwalter Präsenz zu zeigen. Es ist vor allem für Kunden gedacht, die kleinere Beträge etwa im Bereich von 10.000 bis 20.000 Euro investieren wollen. In unseren Vermögensverwaltungs-Einzelmandaten setzen wir in dieser Strategie üblicherweise 50.000 Euro als Mindest-Investment voraus.

boerse.ARD.de: Sie verfolgen eine "Non-Euro"-Strategie auf Wikifolio. Spiegelt dieser Investmentansatz auch Ihre Ausrichtung in der direkten Vermögensverwaltung wider?

Eilers: Wir verfolgen bei Geneon eine ganze Reihe von Strategien, dazu gehört auch der, den das Wikifolio abbildet. Neben dem direkten Management von Vermögen betreiben wir auch mehrere Publikumsfonds.

boerse.ARD.de: Bei Wikifolio gibt es auch die Möglichkeit, Anlageentscheidungen bis hin zu einzelnen Trades zu kommentieren. Eine ungewohnte Transparenz für einen Vermögensverwalter?

Eilers: Nein, wir geben unseren Kunden ohnehin volle Transparenz über unsere Entscheidungen und liefern zum Beispiel auch Quartalsberichte. Bei Wikifolio nutzen wir ebenfalls die Kommentarfunktion, um unsere Strategie zu erläutern.

boerse.ARD.de: Die in Ihr Wikifolio investierte Summe ist derzeit noch sehr bescheiden. An der Performance liegt das sicher nicht, woran dann?

Eilers: Wir wollen in den kommenden Monaten und Jahren sicherlich deutlich mehr Volumen in das Produkt bringen und überlegen auch, es aktiv zu bewerben. Voraussetzung dafür ist natürlich neben der Wertentwicklung ein längerer track record, daran arbeiten wir.

boerse.ARD.de: Wie beurteilen Sie die Kostenstruktur bei Wikifolio?

Eilers: Die Zertifikategebühr von knapp einem Prozent entspricht durchaus einem üblichen Rahmen. Dazu kommen natürlich Spreadkosten beim Handel, aber auch die sind aus meiner Sicht vertretbar. Wenn man in einen Investmentfonds investiert, kommen ähnliche oder oft sogar höhere Kosten zustande.

boerse.ARD.de: Im Unterschied zu einem Investmentfonds sind Wikifolios als Zertifikate ausgestaltet, ein Nachteil?

Eilers: Nicht unbedingt, man sollte natürlich als Anleger im Hinterkopf behalten, dass es bei Zertifikaten im Gegensatz zu Fonds immer ein Emittentenrisiko gibt. Deshalb sollte man auch nur einen begrenzten Teil seiner Mittel, ich würde sagen bis zu zehn Prozent, in solche Produkte investieren.

Das Interview führte Andreas Braun.