Börse ohne Banken Hintergrund: Social Trading

Stand: 16.03.2013, 15:31 Uhr

Das Internet macht gerade an den Finanzmärkten gänzlich neue Entwicklungen möglich. Beim "Social Trading" rückt die "Community" ins Zentrum des Handelns. Für Anleger entstehen neue Chancen – und Risiken.

Social trading Social Media Anlage. | Quelle: colourbox

"Wir sind die Bank", könnte ein Slogan zum Thema Social Trading im Internet lauten. Für Filialbanken, aber auch Fondsgesellschaften oder Zertifikate-Emittenten droht die neue Entwicklung zum Albtraum zu werden: Anleger beraten sich gegenseitig über die besten Investitionsmöglichkeiten, geben sich Tipps und konkrete Handels-Anweisungen für die Geldanlage.

"Signalgeber" und "Follower"
Beim Social Trading kann jeder Internet-Nutzer zur Leitfigur im Finanzdschungel werden, unabhängig von seiner wahren oder formalen Qualifikation oder seiner Herkunft. Den Wert eines Traders im Web 2.0 bestimmt einerseits die Performance, andererseits die Größe seiner Gefolgschaft. Je mehr "Follower" ein Trader im Social Trading hat, desto wertvoller scheinen seine Tipps und Empfehlungen zu sein.

Seit mehreren Jahren versuchen verschiedenste Anbieter, das Internet zu nutzen, um die "Hidden Champions" unter den Daytradern oder den vermeintlichen Investment-Gurus herauszufiltern, natürlich nicht uneigennützig. Vielfach suchen sie Kundschaft für Trading-Strategien über hochriskante Hebelprodukte, bei denen Risiken systematisch verschleiert werden.

Lehrgeld statt Rendite

Unter den Signalbietern finden sich ebenso viele schwarze Schafe, die keine langfristige Rendite anstreben, sondern das schnelle Geld mit hohem Risiko. Die meisten der Anleger, die diesen Signalgebern folgen, zahlen viel Lehrgeld, statt die versprochenen Gewinne einzufahren.

Dabei kann das "Wissen der Vielen" wie auch das Know-how einzelner Trading-Profis durchaus bei der Geldanlage für private Anleger nützlich sein. boerse.ARD.de untersucht daher in loser Folge neue Angebote aus der Internet-Gemeinde zum Thema Finance 2.0.