Social Trading

Christian Fahrner

Interview "Ich setze selbst voll auf mein Trading"

Stand: 05.12.2014, 16:03 Uhr

Christian Fahrner ist eigentlich Wirtschafts-Student, aber der 24-Jährige zählt auch zu den erfolgreichsten Social Tradern in Deutschland. Auf mehreren Plattformen tradet er mit eigenem Geld - und dem seiner vielen Follower.

bosere.ARD.de: Herr Fahrner, Sie sind auf eToro einer der Top-Trader mit mehreren Tausend Followern, und auch auf Ayondo vertreten. Erzeugt so viel Popularität auch Druck?

Christian Fahrner: Sicher, der Druck ist schon da. Als Social Trader ist man ja unter ständiger Beobachtung. Und gerade, wenn es einmal nicht so gut läuft, bekommt man natürlich auch Kritik von Seiten der Follower mit. Auf eToro können die Anhänger ja zum Beispiel öffentlich meine Strategie kommentieren. Ich habe außerdem noch eine Facebook-Seite, auf der ich zu meinen Trades und meiner Strategie Stellung nehme.

bosere.ARD.de: Wie sieht Ihre Strategie konkret aus?

Fahrner: Ich verfolge einen kurzfristigen Ansatz, der eher antizyklisch ausgerichtet ist, ich handle also Gegenbewegungen aus bestehenden Trends. In der Regel handle ich intraday vor allem den Dax und den Dow-Jones-Index. Dabei kommen ausschließlich CFDs (contracts for difference) zum Einsatz. Außerdem trade ich auch im Euro-Dollar-Markt und mit Silber. Dabei liegt die Haltedauer durchschnittlich bei mehreren Tagen.

bosere.ARD.de: Nutzen Sie technische Indikatoren für Ihr Trading?

Fahrner: Ich schaue mir den Chart in Candlestick-Form an. An Indikatoren nutze ich zum Beispiel den RSI, ziehe aber auch einfache Trendlinien und schaue mir bestimmte Chartmuster an.

bosere.ARD.de: Sowohl auf eToro als auf Ayondo haben Sie in seit Anfang des Jahres rund 60 Prozent Gewinne erzielt. Dabei ging es aber auch zeitweise um mehr als 20 Prozent abwärts. Wie sehen ihre eigenen Renditeerwartungen aus, und auf welche Rückgänge müssen sich Anleger bei Ihrer Strategie einstellen?

Fahrner: Mein Ziel ist generell, für je zehn Prozent Rückgang in meinem Trader-Konto 20 bis 30 Prozent Performance im Jahr zu erreichen. Bislang hat das auch beim Social Trading ganz gut geklappt. Um die Verluste zu begrenzen, sichere ich Positionen immer mit einem Stop-Loss ab. Und es werden nie mehr als zehn Prozent des gesamten Handelskontos insgesamt investiert. Wenn ich in einer Verlustphase stecke, verringere ich sukzessive die Positionsgrößen, um das weitere Abwärtsrisiko zu verringern.

bosere.ARD.de: Sie sind im "echten Leben" Student der Wirtschafts-Wissenschaften. Wollen Sie das Trading weiterhin nebenbei betreiben oder irgendwann einmal hauptberuflich verfolgen?

Fahrner: Der Plan ist schon, mich eines Tages als Trader selbstständig zu machen. Ich setze persönlich voll auf mein Trading und habe auch mein privates Geld zurzeit vollständig in meinen eigenen Strategien investiert.

bosere.ARD.de: Wie sollte ein Anleger an das Thema Social Trading herangehen?

Fahrner: Er sollte zunächst eine kleinere Summe bei einem oder mehreren Tradern anlegen. Bei den Tradern, denen er folgt, sollte er darauf achten, dass die Strategie die Risiken begrenzt, ein solides Money Management hat und langfristig angelegt ist.

Das Gespräch führte Andreas Braun.