Social Trading

Rendite aus der Community Eine neue Form des Investierens

Stand: 29.11.2013, 14:44 Uhr

In Zeiten von Facebook und Twitter spielt sich auch der Austausch über die richtige Aktienanlage oder den richtigen Devisentrade mehr und mehr im Internet ab. Über Social-Trading-Plattformen können Privatanleger nicht nur kommunizieren, sondern auch Aktien, Fonds oder Derivate handeln.

Social trading Social Media Anlage. | Quelle: colourbox

"Follow your Top-Trader". Der Slogan der Frankfurter Social-Trading-Plattform Ayondo beschreibt eines der Kernprinzipien des Social Trading: Auswiesende Experten unter den Anlegern machen ihre Strategien oder Empfehlungen in der "Community" öffentlich, andere können als "Follower" deren Tipps folgen und zum Teil vollautomatisch sogar im eigenen Konto kopieren.

Copy-Trading verbreitet sich

Begonnen hat die Entwicklung dieser Form der Anlage bereits im Jahr 2006. Der auch in Deutschland inzwischen stark engagierte eToro mit Sitz in Zypern und zwei US-Anbieter, CoVestor und Currensee, gehörten zu den Pionieren der Entwicklung. Bereits seit 2007 gibt es in Deutschland sharewise, eine Plattform, auf der Anlegerempfehlungen ausgewertet werden. 2009 folgt Ayondo als erste "Copy-Trading"-Plattform hierzulande, auf der Musterdepots mithilfe von CFDs (Contracts for difference) abgebildet und automatisch kopiert werden können.

Im vergangenen Jahr wurde das Spektrum des Social Tradings durch Wikifolio aus Wien und den Frankfurter Anbieter United Signals erweitert. Bei Wikifolio werden inzwischen mehrere hundert Handelsstrategien in einem Zertifikat abgebildet und verbrieft, das bei jedem Broker gekauft werden kann. United Signals setzt bei einer überschaubaren Auswahl von Tradern auf Finanzprofis, die ihre Strategie öffentlich machen.

Die investierten Anlegergelder auf Social Trading-Plattformen erreichen inzwischen fast einen dreistelligen Millionenbetrag, das Handelsvolumen liegt um ein Vielfaches höher.

Community-Fonds als Konkurrenz fürs Establishment

Aus dem "Kollektiv" der Anleger entstehen seit einigen Jahren auch Investment-Fonds. Der erste "Mitmachfonds" wurde bereits vor mehr als drei Jahren gegründet. Beim "Investtor"-Fonds sorgen die Empfehlungen von Privatanlegern für den Kauf oder Verkauf von Aktien. Der "Sharewise Community-Fonds" filtert ebenfalls die Tipps auf seiner Empfehlungsplattform für Anlageentscheidungen heraus. Seit wenigen Wochen ist mit dem Investmentfonds von "Intelligent Recommendations" ein weiteres Produkt im Handel. Alle Fonds schlagen sich im Vergleich zu den vergleichbaren Angeboten der Fondsindustrie mehr als achtbar.

Das Prinzip des Social Tradings, bei dem öffentlich und transparent investiert und getraded wird, dürfte sich in den kommenden Jahren weiter entwickeln. Zunehmend entdecken auch Banken, Broker und Fondsgesellschaften die Chancen, die im "sozialen Netz", auch Web 2.0 genannt, stecken. Auf Seiten der privaten Anleger genießt die Internet-Gemeinde inzwischen ein hohes Vertrauen, ganz im Gegensatz zur herkömmlichen Bankberatung, wie aktuelle Studien zeigen.

Allerdings sind mit der neuen Form der Geldanlage naturgemäß auch Risiken verbunden. So sind auf vielen Plattformen auch hochriskante Strategien vertreten, die zum Großteil mit Derivaten abgebildet werden. boerse.ARD.de berichtet in der neuen Rubrik "Social Trading" in loser Folge über den noch jungen Bereich in der Finanzbranche.

AB

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